
Mehr Bio in Thüringen, aber Strukturen fehlen
n-tv
Der Bio-Markt in Thüringen gilt inzwischen als etabliert. Warum Thüringer Bio-Produkte aber oft erst außer Landes gehen, bevor sie hier im Regal landen.
Der Bio-Markt in Thüringen gilt inzwischen als etabliert. Warum Thüringer Bio-Produkte aber oft erst außer Landes gehen, bevor sie hier im Regal landen.
Erfurt (dpa/th) - Angebot und Nachfrage von Bio-Produkten sind in Thüringen in den vergangenen Jahren gestiegen. Das teilte das Landwirtschaftsministerium mit Verweis auf Ergebnisse einer im Auftrag des Ministeriums erstellten eigenen Marktanalyse zum Bio-Markt mit. Demnach ist die Fläche für hiesigen Öko-Landbau von rund 32.600 Hektar im Jahr 2015 auf etwa 64.400 Hektar im Jahr 2024 vergrößert worden.
Der Öko-Landbau sei nun strukturell etabliert und kein Nischenphänomen mehr, sagte Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU). Allerdings hinke Thüringen beim Bio-Anteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche mit 8,3 Prozent dem bundesweiten Wert von 11,5 Prozent noch nach.
Zudem gaben Thüringer Verbraucher 2024 rund 188 Millionen Euro für ökologisch erzeugte Lebensmittel aus. Das sei ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zu 2023 gewesen, so das Ministerium.
Gleichzeitig machte die Marktanalyse auf eine Lücke in der Struktur für Öko-Bauern aufmerksam: Mittelständische Betriebe für Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung der Bio-Erzeugnisse fehlten in Thüringen. Die Folge: Ein großer Anteil dieser Rohstoffe müsse zur Weiterverarbeitung das Bundesland erst verlassen, "während veredelte Produkte importiert werden müssen".













