
Schließung in Erfurt - Zalando dringt auf rasche Einigung
n-tv
Zalando will mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan für die Belegschaft in Erfurt verhandeln. Eine Einigungsstelle soll dabei für Klarheit sorgen. Beim Betriebsrat stößt das Vorgehen auf Kritik.
Zalando will mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan für die Belegschaft in Erfurt verhandeln. Eine Einigungsstelle soll dabei für Klarheit sorgen. Beim Betriebsrat stößt das Vorgehen auf Kritik.
Erfurt (dpa/th) - Nach der Schließungsentscheidung für den Zalando-Standort in Erfurt strebt das Management des Internet-Modehändlers im Mai eine Einigung über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die Mitarbeiter an. Zwar habe es mit dem Betriebsrat einige Gespräche, aber noch keine Verhandlungen dazu gegeben, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Um diesen Dialog in die nächste Phase zu führen, habe Zalando beim Arbeitsgericht Erfurt die Einrichtung einer Einigungsstelle beantragt.
Das Schlichtungsgremium solle helfen, gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung schnellstmöglich Klarheit für die Belegschaft zu schaffen: "Auch wenn wir weiterhin kein realistisches Szenario für den Weiterbetrieb des Standorts durch Zalando sehen, sind wir überzeugt, dass dieser Weg zeitnah eine verlässliche Grundlage für die persönliche Zukunftsplanung für die Mitarbeitenden bietet", hieß es vom Unternehmen.
Die Gespräche und Verhandlungen zu einem tragfähigen Interessenausgleich und einem ausgewogenem Sozialplan werden in diesem Falle von einem neutralen Vorsitzenden moderiert und begleitet. Der Spruch der Einigungsstelle ist für beide Seiten bindend.
Mit diesem Schritt verlasse das Unternehmen "den Pfad der direkten Verständigung", kritisierte der Betriebsrat in einer Mitteilung. "Statt in einen konstruktiven Dialog über den Interessenausgleich und Sozialplan zu treten oder die Hintergründe der Schließungspläne umfassend aufzuklären, versucht Zalando nun, den Betriebsrat gerichtlich in eine Einigungsstelle zu zwingen." Damit wolle Zalando den Weg für Kündigungen frei machen.













