
Le Pens RN nimmt jetzt die Rathäuser ins Visier
n-tv
Am Sonntag stehen in Frankreich mehr als nur Bürgermeisterposten auf dem Spiel. Die Kommunalwahlen sind ein Stimmungstest für den harten Kampf ums Élysée. Triumphe in den Großstädten Paris oder Marseille könnten die Machtverhältnisse vor der Präsidentschaftswahl 2027 beeinflussen.
Am Sonntag stehen in Frankreich mehr als nur Bürgermeisterposten auf dem Spiel. Die Kommunalwahlen sind ein Stimmungstest für den harten Kampf ums Élysée. Triumphe in den Großstädten Paris oder Marseille könnten die Machtverhältnisse vor der Präsidentschaftswahl 2027 beeinflussen.
Ganz Frankreich erwartet mit Spannung die Ergebnisse der Kommunalwahlen, die am Sonntag starten. Es geht um viel mehr als die Personalien für die Gemeinden und Rathäuser. Auch für die nationalen Parteispitzen in Paris wird die Wahl zum Stimmungsbarometer. Ausnahmsweise wird auf kommunaler Ebene nur etwa ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen abgestimmt. Das gab es zuletzt 1985.
Besonders brisant ist die Wahl jetzt, weil die Nationalversammlung gespalten ist. Drei gleich große Blöcke stehen sich im französischen Parlament in Paris gegenüber; zwischen dem rechtsnationalen Rassemblement National (RN) unter Marine Le Pen und dem linken Bündnis Nouveau Front populaire (NFP) um Jean-Luc Mélenchon sitzt das zentrale Lager des Präsidenten Emmanuel Macron. Werden die Karten durch die Kommunalwahl neu gemischt? Das entscheidet sich in zwei Wahlgängen am 15. und 22. März in knapp 35.000 Gemeinden.
Nicht in jedem Ort ist ein Parteibuch hilfreich, um eine Wahl zu gewinnen. In Gemeinden mit weniger als 1000 Einwohnenden gehören fast 67 Prozent der Bürgermeister keiner politischen Partei an. In den Dörfern dominieren Alltagsfragen: Wähler erwarten schnelle Hilfe bei Baugenehmigungen, Sozialwohnungen, Schulen, Krippen und mehr Sicherheit. Hier zählt die Person mehr als das Parteiprogramm. Was in den kleinen Dörfern gewählt wird hat also kaum nationale Tragweite. Spannender wird es in den Großstädten, in denen Parteien für die Wähler eine große Rolle spielen.
Die Parteien in der Nationalversammlung stehen momentan vor einer lähmenden Patt-Situation. Macrons Auflösung der Nationalversammlung im Juni 2024 führte zu einem fragmentierten Parlament ohne Mehrheiten. Seit den Neuwahlen dominieren die drei großen Blöcke um Macron, Mélenchon und Le Pen, die je eine völlig unterschiedliche Agenda verfolgen.













