
Israels Militär lässt Anklage gegen Reservisten trotz schwerer Vorwürfe fallen
n-tv
Im Militärlager Sde Teiman in Israel werden palästinensische Häftlinge Berichten zufolge systematisch gefoltert. Ein auf Video aufgezeichneter Fall sorgt 2024 für Empörung, doch die Anklage gegen fünf Israelis wird nun nicht weiter verfolgt. Menschenrechtler sprechen von Vertuschung.
Im Militärlager Sde Teiman in Israel werden palästinensische Häftlinge Berichten zufolge systematisch gefoltert. Ein auf Video aufgezeichneter Fall sorgt 2024 für Empörung, doch die Anklage gegen fünf Israelis wird nun nicht weiter verfolgt. Menschenrechtler sprechen von Vertuschung.
Israels Militärstaatsanwaltschaft hat die Anklage gegen fünf Reservisten fallen gelassen, die beschuldigt worden sind, einen palästinensischen Häftling in dem berüchtigten Militärlager Sde Teiman schwer misshandelt zu haben. Der Fall und ein in dem Kontext geleaktes Video sorgten in Israel über Monate für Schlagzeilen.
Den Reservisten wurde vorgeworfen, 2024 ein mutmaßliches Mitglied der islamistischen Terrororganisation Hamas in dem Militärlager so schwer sexuell misshandelt zu haben, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Sie hätten zuvor die Anweisung erhalten, den Häftling bei seiner Ankunft in dem Lager nahe der Wüstenstadt Beerscheva zu durchsuchen, teilte Israels Militär mit. Ihm seien dafür die Augen verbunden und Hände und Fußgelenke gefesselt worden.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz begrüßte die Entscheidung und schrieb auf X, dass Gerechtigkeit geübt worden sei. Die Anschuldigungen gegen die Reservisten bezeichnete er als "Blutverleumdung". Die Aufgabe des Rechtssystems der israelischen Streitkräfte sei es, "Soldaten zu verteidigen und zu schützen, die im Krieg tapfer gegen Monster kämpfen".
Menschenrechtler kritisierten den Schritt hingegen scharf. Aus Sicht des Public Committee against Torture in Israel habe der Zustand des Häftlings, in dem er ins Krankenhaus gebracht wurde, keinen Zweifel gelassen an den gegen ihn verübten Taten und ihrer Schwere, zitierte die "Times of Israel" die Organisation. Sie wirft den Behörden demnach Vertuschung vor.

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