
"Die Agrarlobby wird den EU-Beitritt der Ukraine verhindern"
n-tv
Damit die EU gegen Trump und Putin besteht, muss sie sich wandeln. Dafür müsse zunächst Schluss sein mit dem Nachgeben gegenüber bestimmten Lobbygruppen, fordert Politologe Herfried Münkler. Das Europaparlament - und speziell die EVP - sollten ihr Selbstverständnis überdenken.
Damit die EU gegen Trump und Putin besteht, muss sie sich wandeln. Dafür müsse zunächst Schluss sein mit dem Nachgeben gegenüber bestimmten Lobbygruppen, fordert Politologe Herfried Münkler. Das Europaparlament - und speziell die EVP - sollten ihr Selbstverständnis überdenken.
ntv.de: Herr Münkler, beim Zoll-Deal ließ sich die EU im letzten Sommer noch von Donald Trump über den Tisch ziehen. Als der US-Präsident sich Grönland einverleiben wollte, wurde ihm aber die rote Karte gezeigt - mit Erfolg. Kann Europa mit genug Mut vieles erreichen?
Herfried Münkler: Mut ist nur eine der Fragen, die sich stellen. Beim Zollabkommen stand EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unter zeitlichem Druck. Sie wusste, dass das geschlossene Europa drohte, sich aufzulösen. Es gab einzelne Staaten und sogar einzelne Unternehmen - auch aus Deutschland - die mit Trump allein Sonderkonditionen verhandeln wollten. Von der Leyen konnte gar nicht die europäischen Gegenmaßnahmen ins Spiel bringen, sondern musste so schnell wie möglich unterschreiben, weil klar war: Das window of opportunity schließt sich.
Und die Lage bei Trumps Grönland-Forderungen war eine andere?
Ja, denn da hat nicht die gesamte EU agiert, sondern eine Koalition der Willigen. Einige größere Länder haben geschlossen agiert und sind mutig vorangeschritten. Sie hätten auch sagen können: Wir verärgern den ressentimentgeladenen Trump lieber nicht, denn irgendwann wird er es uns heimzahlen. Trump hat die Erpressung dann auch versucht mit den Zöllen, die er angekündigt und wieder zurückgenommen hat. Doch die Koalition der Willigen ist den Dänen zur Seite gesprungen. Das war ein wichtiger Schritt, der gezeigt hat: Das geschlossene Agieren für Europa bringt bessere Ergebnisse als der Versuch, Trump Honig um den Bart zu schmieren.













