
Bundesliga erlebt unschönen Scheidungs-Krieg
n-tv
Simon Pytlick ist einer der besten Handballer der Welt. Der Rückraumstar schießt die dänische Nationalmannschaft von Titel zu Titel. Doch auf Vereinsebene knirscht es für Pytlick: Er will schnell weg.
Simon Pytlick ist einer der besten Handballer der Welt. Der Rückraumstar schießt die dänische Nationalmannschaft von Titel zu Titel. Doch auf Vereinsebene knirscht es für Pytlick: Er will schnell weg.
Die Füchse Berlin sorgen sich um einen Handball-Profi: "Simon ist nicht happy", sagte Mathias Gidsel, der beste Spieler der Welt und Topstar des deutschen Meisters jüngst gegenüber handball-world.com. Kurios: "Simon" spielt gar nicht in seinem Verein. Und doch ist er ein großes Thema bei den Berlinern. Denn "Simon" ist Simon Pytlick, einer der torgefährlichsten Spieler überhaupt und ab spätestens 2027 Teil des spektakulärsten Rückraums, den die Handballwelt je gesehen hat.
Pytlick hat einen Vertrag unterschrieben, der ihn ab 2027 an die Berliner bindet, dort wird er neben Kumpel Gidsel und dem französischen Topstar Dika Mem wirbeln. Bis dahin wird er - so ist die vertragliche Situation - für die SG Flensburg-Handewitt spielen. Doch dass es wirklich so kommt, erscheint immer fraglicher: Um den dänischen Olympiasieger, Welt- und Europameister entspinnt sich ein für die Handball-Bundesliga untypischer Scheidungskrieg - und Simon ist nicht happy.
Rückblick: Im April 2025 verkündet die SG Flensburg-Handewitt einen Coup, Weltklassespieler Pytlick, schon damals bei diversen Topteams auf dem Zettel, verlängert seinen Vertrag an der Förde langfristig. Begeisterung allerorts. Doch ein gutes halbes Jahr später kommt die emotional ganz kalte Dusche: Die Füchse Berlin verkünden, was sich zuvor schon angedeutet hatte: Pytlick wird ab 2027 - dank einer aktivierten Ausstiegsklausel - in der Hauptstadt auf Torejagd gehen.
In Flensburg, wo Handball emotionaler gelebt wird als an vielen anderen Standorten, senkten sie sofort den Daumen in Richtung ihres gefallenen Lieblings: Pytlick wurde auf Spruchbändern kritisiert ("Niemand ist größer als der Verein"), im Netz wurde reflexartig gewütet, vielfach wurde dem Weltklassespieler die charakterliche Zuverlässigkeit abgesprochen - und dann schoss er wenige Tage nach Verkündung des Abschieds in weiter Ferne seinen neuen Klub mit elf Treffern aus der heimischen Campushalle. Das wilde 40:39 war ein emotionaler Triumphzug für den Klub und Pytlick hatte ihn angeführt. Befriedet hat es die Situation kaum. Im Gegenteil.













