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Børge Brende tritt als Chef des Weltwirtschaftsforums zurück

Børge Brende tritt als Chef des Weltwirtschaftsforums zurück

Süddeutsche Zeitung
Thursday, February 26, 2026 04:35:57 PM UTC

Der ehemalige norwegische Außenminister hatte offenbar falsche Angaben zu seinen Kontakten zum Sexualstraftäter Epstein gemacht. Jetzt verlässt er seinen Posten in Davos.

Børge Brende, der CEO des Weltwirtschaftsforums, hat am Donnerstag seinen Rücktritt bekannt gegeben. In einer Pressemitteilung des Weltwirtschaftsforums (WEF) schrieb er, er habe „nach reiflicher Überlegung beschlossen“, sein Amt niederzulegen.

Ende Januar war durch die Veröffentlichung der Epstein Files herausgekommen, dass Brende und der verurteilte Sexualstraftäter seit 2018 in Kontakt gestanden hatten. Das WEF hatte daraufhin eine unabhängige Untersuchung in die Wege geleitet, um „die jüngsten Enthüllungen um (…) Børge Brende und dessen Teilnahme an drei Geschäftsessen mit Jeffrey Epstein sowie die darauffolgende E-Mail- und SMS-Kommunikation aufzuklären“, wie das WEF selbst schrieb. Jetzt betont das WEF in einer eigenen Pressemitteilung, die Überprüfung ergebe, „dass es keine weiteren Sachverhalte gibt, die über die bereits offengelegten hinausgehen“. Brende, der zuvor vier Jahre lang das Amt des norwegischen Außenministers bekleidet hatte, war im September 2017 zum Präsidenten des WEF ernannt worden.

Als im November vergangenen Jahres die ersten Epstein-Dokumente veröffentlicht wurden, tauchte an einer Stelle der Vorname „Børge“ auf. In einem Dialog zwischen Epstein und „Terje“ vom Januar 2018 hieß es: „Børge möchte dich sehen, bevorzugt aber Genf.“ Bei Terje handelt es sich vermutlich um den ehemaligen Diplomaten Terje Rød-Larsen, der über Jahre hinweg engen Kontakt zu Epstein hatte. Als die Zeitung Aftenposten Brende damals fragte, ob er je mit Epstein zu tun gehabt habe, dementierte dieser: „Ich hatte keinerlei Verbindung zu Epstein und würde natürlich niemals ein Treffen mit jemandem anfragen, der wegen sexueller Übergriffe verurteilt wurde.“

Aufgrund der zuletzt veröffentlichten Dokumente kam nun aber heraus, dass er Epstein 2018 und 2019 mindestens dreimal zum Abendessen getroffen hatte, einmal auch in Epsteins New Yorker Wohnung, zusammen mit Trumps ehemaligem Berater Steve Bannon. Epstein und Brende standen auch immer wieder schriftlich in Kontakt. In einer SMS vom 16.  September 2018 schreibt der ehemalige norwegische Außenminister: „Wir brauchen eine neue globale Architektur. Das WEF (Davos) ist einzigartig positioniert – öffentlich-privat.“ Antwort Epstein: „Davos kann die UN wirklich ersetzen.“

Brende hat mittlerweile sein Bedauern darüber geäußert, Aftenposten gegenüber „nicht offen (...) gesprochen“ zu haben. „Ich habe nichts zu verbergen“, schrieb er der Zeitung. „Außer den drei gemeinsamen Abendessen und dem Austausch einiger SMS und E-Mails (...) hatte ich keinen Kontakt. Ich entschuldige mich und bedauere, dass ich Ihnen nicht früher alles erzählt habe.“

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