
Aus Krebs-Angst zur MRT: Wie Ärzte Menschen finanziell ausbeuten können
Frankfurter Rundschau
Je nach Verfahren können Ärzte den behandelten Menschen finanziell schaden – egal, ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Ein Kinderarzt gibt Einblicke.
Gießen – Dürfen Ärzt:innen Patient:innen finanziell schädigen? Für die meisten Menschen in Deutschland stellt sich diese Frage nicht, denn sie sind Mitglied der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die es für sie übernimmt, mit den Kassenärztlichen und -zahnärztlichen Vereinigungen und den Krankenhäusern abzurechnen.
Der gemeinsame Bundesausschuss aus GKV und Leistungserbringern setzt fest, welche Leistungen bei welcher Indikation in welcher Höhe von der GKV bezahlt werden. Das Gremium ist durchaus kritisch im Umgang mit den ärztlichen Leistungen, da die Beitragszahler:innen der GKV nur wirklich notwendige und wirksame Leistungen über ihre Beiträge bezahlen sollen.
Eine Minderheit der Menschen in unserem Land ist privat versichert. Das heißt, sie zahlen Beiträge an eine private Versicherung, die ihnen die Ausgaben für Medikamente und Dienstleitungen ersetzt. Diese Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland steht immer wieder zur Debatte, nicht zuletzt auch bei der Bundestagswahl 2021. Einen Wechsel in die private Krankenversicherung sollte man sich daher gut überlegen.
Diese Tarife umfassen mehr Leistungen als die der GKV: So können die Leistungserbringer höhere Bezahlung erwarten und lassen sich vor Behandlungsbeginn unterschreiben, dass die Kosten gegebenenfalls selbst bezahlt werden, wenn die Versicherung oder die Beihilfestelle sie nicht übernimmt.
Das Bundesgesundheitsministerium schreibt dazu: „Die Kosten für individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) werden nicht von der GKV übernommen und müssen privat bezahlt werden. Häufig ist der Nutzen solcher Leistungen nicht ausreichend belegt – manchmal ist er auch umstritten oder sogar problematisch.“













