
Als Mittvierziger zu Olympia 2028?
Süddeutsche Zeitung
Serena Williams plant offenbar ihr Tennis-Comeback – womöglich will sie bei Olympia 2028 in Los Angeles antreten, im Doppel mit Schwester Venus. Eine Suche nach den Gründen beim Tennisturnier in Indian Wells.
Sei so übergeschnappt, dass du danach die tollste Geschichte darüber hast, wie alles funktioniert hat! Natürlich kalifornisch, dieser Satz – zu bestaunen überall, wo Sport getrieben wird. Zuletzt auch beim Tennisturnier in der Wüste. „Be so delusional today so your future self has the best story how it all worked out“, steht auf dem Schild zu Trainingsplatz eins in Indian Wells. Venus Williams übt, und es gibt zwei Gesprächsthemen: Wie diese Frau mit 45 immer noch die Bälle übers Netz jagt. Wie übergeschnappt, was ist das für eine tolle Geschichte: Das Mädchen aus der Gangsterstadt Compton im Süden von L.A. mit einem Schläger und einem Traum: 21 Grand-Slam-Triumphe, davon 14 im Doppel zusammen mit Schwester Serena. Dazu vier Olympiasiege, drei mit Serena.
Die legt noch 23 Einzel-Grand-Slams und ein Olympia-Einzel-Gold drauf. Das zweite Gesprächsthema deshalb: Wenn Serena Williams sich mehr als drei Jahre nach ihrem offiziellen Karriereende 2022 wieder ins Anti-Doping-Programm ihres Sports eingliedern lässt, dann hat sie etwas Großes vor. Etwas, das für eine Heldensaga taugt. Dafür braucht es aber einen Erfolg, gescheiterte Träumer gibt es ja genug. Und es braucht einen Triumph auf Serena-Niveau. Sie wird ihrem Karrierebuch keine Gute-Laune-Seiten zufügen, wie es der inzwischen 40 Jahre alte Schweizer Stan Wawrinka macht. Der betont seit Jahren glaubhaft, wie sehr er immer noch die Existenz als Tennisprofi liebe. Nach dieser Saison soll aber wirklich Schluss sein.
Was also hat Serena Williams vor?
„Ich glaube, dass sie ein Comeback geben wird“, sagt Novak Djokovic in Indian Wells. Dann wird er vage, wie alle anderen Befragten: „Wann und wo, Einzel oder Doppel? Ich weiß es nicht.“ Schelmisches Grinsen, als wüsste er was, oder als hätte er längst die roten Fäden zur Antwort verknüpft: „Wenn ich Serena wäre, würde ich ebenfalls nichts verraten. Auf jeden Fall sind alle aufgeregt und gespannt.“
Warum nimmt die frühere Tennisgröße am Anti-Doping-Programm teil? Und warum schweigt sie zu Spekulationen über eine Rückkehr? Die inzwischen 44-Jährige gibt sich durch und durch geheimnisvoll.













