
Wie Putins Pop-Propagandisten mit Kriegs-PR Karriere machen
n-tv
Sie singen von Sieg und Heldentum, schmähen die Ukraine oder drohen dem "verkommenen Westen". Eine Reihe von Künstlern und Journalisten hat in Russland den Krieg als Geschäftsmodell entdeckt.
Sie singen von Sieg und Heldentum, schmähen die Ukraine oder drohen dem "verkommenen Westen". Eine Reihe von Künstlern und Journalisten hat in Russland den Krieg als Geschäftsmodell entdeckt.
Die Menge johlt, als der weiß blondierte Sänger Jaroslaw Dronow - bekannt unter dem Pseudonym Shaman - seinen Hit "Ja Russki" ("Ich bin Russe") anstimmt. Auf der Bühne hinter Dronows Rücken wird eine riesengroße russische Fahne eingeblendet, er selbst trägt die Trikolore als Binde auf beiden Oberarmen. Unten im Publikum nahe der Stadt Sudak auf der von Russland seit 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim schwenken sie russische Flaggen und singen begeistert mit.
Irgendwo in der Menge hält ein Kind ein Plakat hoch. "Der Sieg wird mit uns sein" steht darauf. Es ist eine Anspielung auf den Krieg, den Russlands Präsident Wladimir Putin vor vier Jahren gegen die Ukraine befohlen hat - und der dort täglich Opfer fordert, darunter Zivilisten vom Säugling bis ins hohe Alter.
"Ich bin Russe. Ich gehe bis zum Ende. Ich bin Russe. Das Blut meines Vaters in mir. Ich bin Russe. Das ist ein Glück. Ich bin Russe. Der ganzen Welt zum Trotz" singt derweil auf der Bühne Shaman - und das Publikum stimmt beseelt mit ein.
Shaman ist das Paradebeispiel für eine Karriere, die durch Russlands Krieg einen Schub bekommen hat. Der 34-Jährige ist seit über zehn Jahren im Showgeschäft. Fuß fassen konnte er mit seinen Liebesliedern nicht, bis er auf Patriotismus umsattelte. Eines seiner Lieder trägt ins Deutsche übersetzt den Titel "Mein Kampf", ein anderer Song heißt "Wstanem" ("Erheben wir uns"). Diesen veröffentlichte er einen Tag vor Kriegsbeginn.













