
Auch in Moskau kommt die Realität an - Wirtschaft in der Krise
n-tv
Lange hat Russland den zahlreichen westlichen Sanktionen getrotzt. Langsam bröckelt die russische Wirtschaft jedoch. In der Gastronomie zeigt sich dies inzwischen deutlich. Auch Lokalinhaber im wohlhabenden Moskau bleiben nicht verschont.
Lange hat Russland den zahlreichen westlichen Sanktionen getrotzt. Langsam bröckelt die russische Wirtschaft jedoch. In der Gastronomie zeigt sich dies inzwischen deutlich. Auch Lokalinhaber im wohlhabenden Moskau bleiben nicht verschont.
In der russischen Wirtschaft zeigen sich zunehmend Risse. Ein sichtbares Zeichen dafür ist eine Welle von Schließungen in der Gastronomie, die stärkste seit Beginn des Überfalls auf die Ukraine vor vier Jahren. Selbst in der wohlhabenden Hauptstadt Moskau kämpfen die Verbraucher inzwischen mit den wirtschaftlichen Folgen. Die leeren Ladenlokale von der Metropole bis ins 6500 Kilometer entfernte Wladiwostok am Pazifik deuten auf eine deutliche Abkühlung der 2,8 Billionen US-Dollar großen Volkswirtschaft hin. Diese hatte sich angesichts der weitreichenden westlichen Sanktionen bislang als überraschend robust erwiesen.
In der Bäckerei "BonCafe" im Südwesten Moskaus sind die Regale leer, die Espressomaschine schweigt. Die 39-jährige Besitzerin Jekaterina Oreschkina klagt: "Als wir eröffneten, haben wir nicht mit einem solchen Abschwung gerechnet", sagt sie. Für Oreschkina, die eine Kette solcher Cafés besitzt, war der traditionell schwache Januar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Kosten waren durch eine Kombination aus um 50 Prozent gestiegenen Zutatenpreisen, hoher Miete und höheren Steuern explodiert.
Sie schloss diese Filiale, hält ihre anderen Cafés aber offen. Ihre berühmte "Napoleon"-Torte, ein opulentes Dessert aus Blätterteig und Creme, kostet 2850 Rubel (31,50 Euro) pro Kilogramm. Viele Russen können oder wollen sich einen solchen Luxus nicht mehr leisten. Die Russen schränken ihre Ausgaben so stark ein wie seit Beginn der Ukraine-Invasion im Februar 2022 nicht mehr.
Daten der Sberbank, die als größte Bank Russlands einen umfassenden Einblick in die Wirtschaft hat, zeigen einen Rückgang der Gastronomiebetriebe. Dieser fiel im Januar so stark aus wie seit 2021 nicht mehr. Die Ausgaben für Restaurantbesuche fielen von November bis Anfang Dezember 2025 auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Untersuchungen der Zentralbank in allen elf Zeitzonen des Landes bestätigen den Trend: Die Verbraucher suchen nach billigeren Alternativen wie Fast-Food oder Fertiggerichten aus dem Supermarkt.













