
Viele Tote nach Hauseinsturz im Libanon
n-tv
Es ist die zweite Katastrophe dieser Art in wenigen Tagen: Im libanesischen Tripoli stürzt wieder ein Haus in sich zusammen, etliche Menschen werden unter Trümmern begraben. Dabei gab es bereits Warnungen.
Es ist die zweite Katastrophe dieser Art in wenigen Tagen: Im libanesischen Tripoli stürzt wieder ein Haus in sich zusammen, etliche Menschen werden unter Trümmern begraben. Dabei gab es bereits Warnungen.
Beim Einsturz eines Wohnhauses im Libanon sind 14 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte suchten nach dem Einsturz in der Küstenstadt Tripoli gestern Abend unter den Trümmern nach Überlebenden. Acht Bewohner, darunter ein Kind, seien gerettet worden, teilte der libanesische Zivilschutz in der Nacht mit. Dessen Generaldirektor Imad Chrasich erklärte am frühen Morgen, dass der Rettungseinsatz beendet sei. Präsident Joseph Aoun wies den Rettungsdienst an, sich neben dem Rettungs- und Bergungseinsatz auch um die evakuierten Bewohner des eingestürzten Gebäudes und der benachbarten Gebäude zu kümmern.
Nach der Katastrophe zogen in Tripoli Anwohner wütend auf die Straße. Einige fuhren laut einem Bericht der Staatsagentur NNA mit Motorrädern zu den Büros örtlicher Politiker und beschädigten Barrikaden. Es war schon der zweite tödliche Hauseinsturz in Tripoli seit Ende Januar.
Im Libanon sind viele Gebäude in einem sehr schlechten Zustand, darunter auch etliche Wohnhäuser. Viele Gebäude wurden ohne Baugenehmigung erbaut, vor allem während des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990. Oft werden bestehende Wohnhäuser zudem illegal um weitere Stockwerke erhöht. Nach Angaben des Immobilienverbands LPA sind rund 16.000 Gebäude oder mehr einsturzgefährdet, die meisten davon in der Hauptstadt Beirut sowie in Tripoli im Norden.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die libanesischen Behörden schon 2024 aufgerufen, "dringend" die Sicherheit von Gebäuden im ganzen Land zu überprüfen. Dramatisch ist die Lage demnach vor allem in Tripoli, wo seit dem schweren Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet im Februar 2023 "Tausende Menschen" in "unsicheren Gebäuden" lebten. Die Erschütterungen waren damals auch im Libanon zu spüren gewesen.













