
Trumps Abschiebe-Schock schadet US-Arbeitern
n-tv
Seinen Wählern versprach Donald Trump mehr bezahlte Jobs, günstigere Wohnungen und niedrigere Lebenshaltungskosten dank massenhafter Abschiebungen. Doch die erhofften Segnungen stellen sich nicht ein. Selbst Trumps Regierung zweifelt inzwischen heimlich an der eigenen Migrationspolitik.
Seinen Wählern versprach Donald Trump mehr bezahlte Jobs, günstigere Wohnungen und niedrigere Lebenshaltungskosten dank massenhafter Abschiebungen. Doch die erhofften Segnungen stellen sich nicht ein. Selbst Trumps Regierung zweifelt inzwischen heimlich an der eigenen Migrationspolitik.
Laut Zahlen der US-Zensusbehörde sind die USA dank Trumps Abschiebepolitik auf dem Weg zu einer historischen Wende: Erstmals seit 50 Jahren könnte die Nettomigration - der Saldo aus Zuwanderung und Abwanderung - bald negativ werden. Das heißt, mehr Menschen wandern aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten aus als ein. Nach einem Rekord von 2,7 Millionen im Jahr 2024 sank der Wert im vergangenen Jahr auf 1,3 Millionen Menschen. Sollte der Trend anhalten, könnten es in diesem Jahr nur noch 316.000 sein.
Da die offiziellen Zensus-Daten jeweils zur Mitte jedes Jahres erhoben werden, hinken sie der Realität inzwischen hinterher: Trumps Abschiebekampagnen in US-Metropolen wie Los Angeles, Chicago oder Minneapolis durch die Nationalgarde oder Truppen der Abschiebepolizei ICE nahmen erst im zweiten Halbjahr 2025 Fahrt auf. Der liberale Thinktank Brookings schätzt daher, dass die Nettomigration bereits im vergangenen Jahr bei bis zu minus 300.000 Menschen gelegen haben könnte. Bis Ende 2026 könnten die USA demnach sogar bis zu 925.000 Einwohner verlieren.
Dieser Umbruch von Ein- zum Auswanderungsland entspricht dem Programm von Trumps MAGA-Bewegung. "Das größte Abschiebeprogramm in der US-Geschichte", so die Idee, soll zu einem Wohlstands- und Jobwunder führen: Einheimischen Arbeitern winken angeblich mehr freie Stellen, höhere Löhne und geringere Wohn- und Lebenshaltungskosten, sobald Millionen von Einwanderern nicht länger mit ihnen um Job, Wohnungen, Lebensmittel oder medizinische Dienste konkurrieren. Das Weiße Haus stellt in einer Pressemitteilung die Gleichung auf: "Massenabschiebungen gleich geringere Wohnkosten, höhere Löhne, mehr Jobs, weniger Verbrechen."
Doch in der Realität geht diese populistische Formel nicht auf. Schon die Prämisse stimmt nicht: Die Zahl der Abschiebungen ist zwar gestiegen. Aber die von Trump versprochene Abschiebung von Millionen Menschen wird bei weitem nicht erreicht. Bis Ende dieses Jahres will Trump die Plätze in Abschiebegefängnissen auf fast 100.000 erhöhen und dafür rund 40 Milliarden Dollar ausgeben. Das erwartete Minus in der Nettomigration geht in erster Linie nicht auf mehr Ausweisungen, sondern vor allem auf den Einbruch bei der Zuwanderung zurück. Illegale Übertritte an der Grenze zu Mexiko etwa liegen auf dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren. Die brutalen Bilder der ICE-Einsätze im Fernsehen, der verstärkte Grenzschutz, Trumps Einreiseverbote und der Stopp aller Asylverfahren dürften dazu beitragen.













