
Protest legt Apotheken lahm – Notdienste sichern Versorgung
n-tv
Rezept in der Tasche, aber die Tür bleibt zu? Warum Apotheken vielerorts zu Wochenbeginn dicht bleiben – und wie Notdienste trotzdem helfen.
Rezept in der Tasche, aber die Tür bleibt zu? Warum Apotheken vielerorts zu Wochenbeginn dicht bleiben – und wie Notdienste trotzdem helfen.
Erfurt (dpa/th) - Viele Thüringer könnten an diesem Montag mit ihrem Rezept vor verschlossenen Türen stehen: Zahlreiche Apotheken bleiben zu oder arbeiten an diesem bundesweiten Protesttag nur eingeschränkt, wie der Thüringer Apothekerverband ankündigte. Kunden sollten Beratungsanliegen daher möglichst verschieben und benötigte Medikamente an anderen Tagen besorgen.
Die Versorgung mit dringend benötigten Arzneimitteln sei dennoch gesichert, hieß es. Notdienstapotheken übernehmen am Protesttag die Versorgung in akuten Fällen. Welche Apotheken geöffnet haben, lässt sich über Aushänge, Zeitungen, online oder über die bundesweite Rufnummer 116 117 herausfinden.
Hintergrund des Protests ist nach Angaben der Branche eine seit Jahren anhaltende wirtschaftliche Schieflage. Das staatlich festgelegte Honorar sei seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch eingefroren, während Kosten und Anforderungen stetig gestiegen seien. Die Versorgungssituation habe sich schon jetzt im Freistaat spürbar verändert: In den vergangenen 15 Jahren seien rund 110 Apotheken verschwunden, darunter 45 in größeren Städten. Inzwischen haben laut dem Verband 27 Gemeinden ihre einzige Apotheke verloren.
Für Kundinnen und Kunden könnte sich dieser Trend langfristig bemerkbar machen – etwa durch längere Wege zur nächsten Apotheke, weniger persönliche Beratung oder eingeschränkte Öffnungszeiten. Die Apothekerschaft fordert deshalb neben einer besseren Honorierung auch den Erhalt der bisherigen inhabergeführten Apothekenstruktur.













