
Whisky im Versuchsbergwerk
n-tv
In einem alten Silberbergwerk in Freiberg reift Whisky in Eichenholzfässern. Warum der unterirdische Lagerort für Forscher und Genießer gleichermaßen spannend ist.
In einem alten Silberbergwerk in Freiberg reift Whisky in Eichenholzfässern. Warum der unterirdische Lagerort für Forscher und Genießer gleichermaßen spannend ist.
Freiberg (dpa/sn) - Der Weg zum Whisky führt in Freiberg über einen Förderkorb. 147 Meter rauscht der metallene Käfig hinunter bis auf die 1. Sohle des ehemaligen Silberbergwerks "Reiche Zeche". Unter der Erde geht es noch ein paar Hundert Meter einen schummerig beleuchteten waagerechten Gang entlang bis zu einer roten Tür mit dem Schild "Sprengmittellager". Kurz dahinter zweigt ein alter Stollen ab, in dem 16 Fässer Whisky reifen. Es ist ein Geschäft und ein Forschungsprojekt zugleich.
Die Spirituose stammt aus der Freiberger Whisky Manufaktur. Das Unternehmen wurde vor zehn Jahren von 13 Partnern um Prof. Hans-Michael Eßlinger (70) gegründet. Der Diplom-Ingenieur für Brauwesen und Getränketechnologie war viele Jahre Chef der Freiberger Brauerei und ist jetzt für das Liebhaberprojekt vom Bier zum Whisky gewechselt.
"Whisky ist der große Bruder vom Bier. Es sind die gleichen Rohstoffe, nur ohne Hopfen. Und es ist mit der Destillation eine Stufe mehr als beim Bier", erläutert Eßlinger. Im Bergwerk reife der Whisky besonders schnell. "Wir wissen noch nicht so genau, warum das so ist. Wir wissen nur, dass was Gutes dabei rauskommt", sagt er.
Sicher sei: Unter Tage herrschen konstante Bedingungen - 12 Grad, 98 Prozent relative Luftfeuchte und ein stabiler Luftzug. Über Tage, wo die meisten Whiskys sonst reifen, seien die Bedingungen viel wechselhafter. Das führe in den Eichenfässern im Bergwerk dazu, dass der Flüssigkeitsstand durch Diffusion ansteige, während er bei konventioneller Lagerung sinke.













