
Trump etabliert "Klicktatur"
n-tv
Die US-Regierung vermengt Iran-Kriegsszenen mit Videospielen, Ministerien posten Memes, Ressortchefs schmeißen mit Beleidigungen um sich. Was geschieht da? Der US-Politikwissenschaftler Donald Moynihan nennt es eine "Klicktatur".
Die US-Regierung vermengt Iran-Kriegsszenen mit Videospielen, Ministerien posten Memes, Ressortchefs schmeißen mit Beleidigungen um sich. Was geschieht da? Der US-Politikwissenschaftler Donald Moynihan nennt es eine "Klicktatur". "Wenn die Öffentlichkeit weder ihrer Regierung noch dem trauen kann, was sie sieht und liest, dann lebt sie in einer Orwellschen Welt."
ntv.de: Donald Moynihan, mehrere Videos des Weißen Hauses zum Irankrieg sind mit Szenen von Videospielen und Filmen versehen. Was macht die US-Regierung da? Ist das ein Muster?
Donald Moynihan: Wie dieses Weiße Haus über Konflikte kommuniziert, ist deutlich anders. Social-Media-Memes und Videospiel-Bilder werden mit tatsächlichen Ereignissen vermengt. Das gab es vorher so nicht. Im Irakkrieg der Bush-Regierung ab 2003 oder dem Golfkrieg 1991 verbreitete die Regierung auch Aufnahmen von Bombenangriffen, die sich wie Videospiele anfühlten. Aber aktuell verschmelzen sie; zu Collagen aus Bildern und Musik aus Videospielen, mit Memes sowie den realen Bombenangriffen auf echte Menschen und Städte.
Woran liegt das?
Ich denke, das spiegelt teilweise die Tatsache wider, dass viele in der Regierung ständig online sind, in einer Welt der Memes leben und diese deshalb als legitimes Kommunikationsmittel ansehen. Bis vor kurzer Zeit hätten das die meisten Menschen in der Regierung als geschmacklos oder unangemessen empfunden.













