
Nach dem Bund-Länder-Gipfel bleiben viele Fragen offen
RTL
Die Corona-Beschlüsse hinterlassen viele Fragen und stoßen auch auf Kritik: unausgegoren, in den Details unklar und womöglich zu leichtsinnig.
Sie sind der "Goldstandard": PCR-Tests sind beim Corona-Nachweis absolut sicher. Doch angesichts der explodierenden Infiziertenzahl werden sie knapp. Daher nehmen Bund und Länder nun Risiken in Kauf.
Am Montag haben Bund und Länder neue Corona-Beschlüsse gefasst. (Alle Beschlüsse in der Übersicht finden Sie hier) Doch die hinterlassen viele Fragen und stoßen auch auf Kritik: unausgegoren, in den Details unklar und womöglich zu leichtsinnig...
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Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) rief die Politik zu Gesprächen über die angestrebte Ausweitung der PCR-Testkapazitäten auf. "Wir müssten wissen, um wie viel die Kapazität erhöht werden soll und in welchem Zeitraum", sagte der Vorsitzende Michael Müller der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um Geräte, um Mitarbeiter und auch die Frage, was passiere, wenn die höhere Kapazität aufgebaut und dann im Zweifel nicht benötigt werde. Beim Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte er: "Wir können die Kapazitäten nicht beliebig von heute auf morgen ausbauen." Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, sagte der "Welt", der Mangel an Laborpersonal lasse sich vorerst auch nicht beheben.
Gibt es PCR-Alternativen?
Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Janosch Dahmen, hat bereits vorgeschlagen, PCR-Tests künftig im Pool-Verfahren auszuwerten. Deutschland hinke wegen seiner Strategie der Einzelauswertung anderen Staaten hinterher, sagte er derselben Zeitung. Beim Pool-Verfahren werden mehrere Proben gleichzeitig geprüft, wenn der Befund positiv ist, werden alle Tests nochmal einzeln ausgewertet. Das bindet weniger Kapazitäten.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte dazu in der ARD mit Blick auf die Vorgängerregierung: "Dieses Verfahren ist vor einem Jahr nicht vorbereitet worden, darum können wir darauf jetzt nicht zurückgreifen." Im RTL-Interview betonte Lauterbach: Auch Deutschland hätte eine "relativ hohe Testkapazität mit den PCRs und wir werden jetzt daran arbeiten diese noch auszudehnen". Das ganze Interview können Sie im Video sehen.
Der Deutsche Städtetag schlug vor, zur Erweiterung der PCR-Kapazitäten auf sogenannte POC-PCR-Tests zu setzen, die ohne Labor auskommen und schnelle Ergebnisse liefern sollen. "Dafür müsste dann aber auch die Finanzierung für diese Test verbessert werden", sagte Städtetagspräsident Markus Lewe der Deutschen Presse-Agentur.

Die Grünen haben in München zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt die Rathausspitze erobert. In der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt setzte sich der erst 35 Jahre alte Kandidat Dominik Krause laut vorläufigem Ergebnis mit 56,4 Prozent der Stimmen gegen den langjährigen Amtsinhaber Dieter Reiter (67, SPD) durch.

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin an einer Demonstration „Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern” teilgenommen. Sie versammelten sich am Nachmittag am Brandenburger Tor auf dem vollständig gefüllten Pariser Platz. Auf Plakaten stand: „Menschenrechte auch im Internet” und „Die Scham muss die Seiten wechseln”. Die Polizei sprach von 6700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000 Menschen.

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist die CDU nach ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF stärkste Kraft geworden. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Alexander Schweitzer erleiden schwere Verluste und landen auf Platz zwei vor der AfD, die ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Wahl 2021 mehr als verdoppeln kann.










