Leben im Brennpunkt: "Wir sind mehr als nur das Ghetto hier"
ZDF
Für viele ist Duisburg-Marxloh in NRW ein Brennpunkt. Viele haben es hier nicht leicht. Doch es gibt Jugendliche, die dagegen anarbeiten.
Für viele ist Duisburg-Marxloh ein Brennpunkt. Viele haben es hier nicht leicht, fühlen sich abgehängt und vergessen. Doch es gibt Jugendliche, die dagegen anarbeiten. Duisburg-Marxloh ist ein Stadtteil, der polarisiert. Rund 20.000 Menschen leben hier, aus mehr als 100 Nationen. Die Migrantenquote: irgendwo zwischen 60 und 80 Prozent. So genau weiß man es nicht. Die Spuren des industriellen Niedergangs sind hier überall sichtbar: leerstehende Häuser, soziale Probleme und Verwahrlosung gehören zur Realität. Es gibt aber auch eine andere Seite in Marxloh - in der Jugendliche versuchen, sich ihren Platz zu schaffen. Ein Beispiel ist der "Runde Tisch" von Marxloh. In ihrem aktuellen Musikprojekt haben die Kinder und Jugendlichen einen eigenen Song über ihren Stadtteil geschrieben. Sie erzählen von Müll auf den Straßen, von Stress im Alltag, aber auch von Zusammenhalt, Freundschaft und dem Wunsch, ernst genommen zu werden. So heißt es dort: Adrian ist der große Star für die Kinder. Der gelernte Altenpfleger ist seit acht Monaten dabei: "Ich habe immer vom Runden Tisch erfahren - aber was für ein Zauber sich tatsächlich dahinter versteckt, das lernst du erst, wenn du hier mit Teil von dem Ganzen bist", sagt er. Es ist keine perfekte Studioaufnahme - aber ehrliche Worte. Toni Holz arbeitet seit Jahren mit jungen Menschen aus dem Viertel. Sie kennt die Probleme, spricht aber bewusst auch über die Stärken des Stadtteils. Marxloh sei herausfordernd, sagt sie - aber nicht hoffnungslos: Und weiter: "Das ist immer total schön zu sehen, wenn sie hier wachsen und groß werden, dass sie dann auch ihre Talente erkennen."













