
Kritik an Honorarkürzung bei Psychotherapeuten
n-tv
Psychische Erkrankungen sind Hauptgrund für Berufsunfähigkeit. Warum die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen die geplante Kürzung der Honorare für Psychotherapeuten als riskant einschätzt.
Psychische Erkrankungen sind Hauptgrund für Berufsunfähigkeit. Warum die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen die geplante Kürzung der Honorare für Psychotherapeuten als riskant einschätzt.
Weimar (dpa/th) - Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) hat einen Stopp der geplanten Honorarkürzung bei den Psychotherapeuten gefordert. Eine geringere Vergütung komme einer Demütigung der knapp 600 in Thüringen tätigen Psychotherapeuten und einem Schlag ins Gesicht für all ihre Patienten gleich, hieß es in einer Resolution der Vertreterversammlung der KVT. Das Bundgremium aus Kassen- und Ärztevertretern hatte in der vergangenen Woche entschieden, die Honorare für psychotherapeutische Leistungen zum 1. April dieses Jahres um 4,5 Prozent zu senken.
Dies führe in ambulanten Praxen zu jährlichen Mindereinnahmen von mehreren tausend Euro. "Die wirtschaftliche Existenz der ambulanten Praxen wird fahrlässig aufs Spiel gesetzt, und zwar in einer Fachgruppe, die ohnehin schon zu jenen mit den niedrigsten Honoraren zählt", hieß es dazu in der Resolution. Zugleich sei der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung nie so groß gewesen wie heute.
Eine Kürzung der Honorare ignoriere auch den gesellschaftlichen Nutzen psychotherapeutischer Behandlung. Psychische Erkrankungen seien mit einem Anteil von 40 bis 45 Prozent der Hauptgrund aller Berufsunfähigkeiten. Eine frühzeitige Therapie könne Betroffenen helfen, arbeitsfähig zu bleiben. Die KVT verweist auf eine Analyse der Techniker Krankenkasse von 2011, wonach jeder in ambulante Psychotherapie investierte Euro zu einem gesamtgesellschaftlichen Nutzen zwischen zwei und vier Euro führe.
Quelle: dpa













