
Ian McEwans Roman „Was wir wissen können“ – Die Welt im Jahr 2119
Frankfurter Rundschau
Ian McEwans Roman „Was wir wissen können“
Im Jahr 2119 müssten die Menschen doch andere Sorgen haben, als sich um das Wiederauffinden eines Sonettenkranzes zu bemühen, also einer Reihe von gereimten Gedichten, in der die jeweils erste Zeile die letzte des vorhergehenden Gedichts aufgreift und die letzte Zeile des letzten Sonetts den Kreis zum Anfang des ersten schließt. Im Jahr 2119 ist andererseits schon so viel Schlimmes passiert, die Menschheit von neun auf vier Milliarden dezimiert – warum sollte es nicht an den Universitäten Literaturwissenschaftler und -schaftlerinnen geben, warum sollten sich nicht einzelne von ihnen schwerpunktmäßig mit den Jahren 1990 bis 2030 oder auch mit Lyrik beschäftigen, vor allem mit Francis Blundy, einem einst berühmten Dichter. Es ist eh zu spät für fast alles – außer, eine gewisse Normalität zu versuchen, einen Alltag.













