
Angst in U- und S-Bahn: Wie man sich nachts verhalten soll
Süddeutsche Zeitung
Weil viele Fahrgäste des ÖPNV in der Nacht ein Gefühl der Unsicherheit verspüren, legen Polizei, S-Bahn und Münchner Verkehrsgesellschaft eine Informationskampagne auf. Die ruft aber bereits Kritik hervor.
Bei Frauen fährt insbesondere nachts in S- oder U-Bahn oft die Angst mit. Aber auch Männer verspüren häufig ein Unwohlsein, wenn sie etwa am Hauptbahnhof auf dem Heimweg durch dunkle Ecken müssen. Es ist aber nicht immer nur ein Gefühl, dass an Bahnhöfen oder im öffentlichen Personennahverkehr etwas passieren könnte; Studien belegen, dass viele junge Frauen in der Landeshauptstadt bereits Opfer sexueller Übergriffe geworden sind. Gegen die Angst und für mehr Sicherheit haben daher die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die Polizei München, die Bundespolizei sowie die S-Bahn München eine neue Kampagne aufgelegt. Ihr Titel: „Sicher unterwegs“.
Dass diese neue Initiative mehr sein soll als eine reine Werbeveranstaltung, verdeutlicht Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel am Freitagvormittag bei der Vorstellung der neuen Aufklärungskampagne am U-Bahnhof Fröttmaning. Denn Hampel beklagt, dass sich in der Gesellschaft immer mehr Respektlosigkeit breitmache – auch gegenüber Einsatzkräften der Polizei und Mitarbeitern im ÖPNV. Und der Polizeichef sagt, dass immer mehr Menschen ein Gefühl der Unsicherheit verspürten, wenn sie sich nachts allein auf dem Heimweg befinden.
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Zugleich konstatiert der Polizeipräsident aber auch, dass München „seit Jahrzehnten“ die sicherste Großstadt unter vergleichbaren Städten in Europa sei; in Berlin und Köln etwa sei die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden zwei- bis dreimal so hoch. Und diese Gefahr, sagt Hampel, sei auch in S- oder U-Bahn „sehr gering“.
Warum dennoch eine Kampagne für mehr Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr benötigt wird, versucht MVG-Chef Ingo Wortmann in Fröttmaning zu erklären. Auch er spricht davon, dass generell Respektlosigkeit und Egoismus in der Gesellschaft zugenommen hätten. In der U-Bahn würden immer mehr Mitarbeiter der MVG beleidigt und beschimpft. „Und aus Respektlosigkeit kann Gewalt erwachsen“, sagt Wortmann. Vorfälle dieser Art erzeugten auch bei Fahrgästen ein Gefühl der Unsicherheit.













