
Eislauf-Gott Ilia Malinin steht mit Rekord-Show bei WM wieder auf
n-tv
Ilia Malinin wird bei den Olympischen Spielen zur tragischen Figur. Der Eiskunstlauf-Gott zerbricht in der Kür. Der Druck auf den US-Superstar ist zu groß. Nun kehrt er bei der WM auf die große Bühne zurück - und wie.
Ilia Malinin wird bei den Olympischen Spielen zur tragischen Figur. Der Eiskunstlauf-Gott zerbricht in der Kür. Der Druck auf den US-Superstar ist zu groß. Nun kehrt er bei der WM auf die große Bühne zurück - und wie.
Mit den Olympischen Spielen hat Ilia Malinin abgeschlossen. Auch optisch. Die blonde Mähne des Amerikaners wurde deutlich gebändigt. Von allem ein bisschen weniger, so will es der "Vierfach"-Gott des Eiskunstlaufens bei der Weltmeisterschaft offenbar angehen. Weniger Haare, weniger Risiko - weniger Druck. Aber geht das? Vor knapp sechs Wochen war der übergroße Superstar bei den Spielen in Mailand zerbrochen, vom Olymp gepurzelt. In der Kür. Vor den Augen der Welt. Schon in den Tagen zuvor hatte er gehemmter gewirkt als gewöhnlich, dieser 21-Jährige, der die Gesetze seiner Sportart und der Physik neu geschrieben hatte.
Seine Geschichte war groß geworden, riesengroß. Nicht nur in den USA, sondern auf der Weltbühne. Auf diese kehrte er nun erstmals zurück. Mit einem Kurzprogramm, das alle Fragen (vorerst) beantwortete. Ist der Druck bei der WM zu groß? Nein! Hängt Malinin das epische Scheitern von Mailand noch nach? Nein! Ist er Topfavorit auf Gold? Ja! Kann ihn jemand schlagen? Nur, wenn er sich selbst wieder aus dem Spiel nimmt. Und diese letzte Frage kann an diesem Donnerstag in Prag noch nicht beantwortet werden. Denn auf dem Weg zu Gold, seinem dritten bei Weltmeisterschaften nacheinander, steht noch die Kür am Samstagabend an.
Und hier lauern die Geister, die den Gott erneut fallen sehen wollen. In Mailand legte er ein atemberaubendes Kurzprogramm aufs Eis. Der Vierfach-Flip, er saß. Der Axel, der Lutz, der Toeloop, alles fast perfekt. Und doch baute sich der "Vierfach"-Gott eine kleine Sicherheitsbrücke ein. Den Axel, den er als einziger vierfach springt, gönnte er sich nur dreifach. Auch in Prag verzichtete er auf dieses superschwierige Element. Er braucht es auch schlichtweg nicht, um die Konkurrenz in einer anderen Liga erscheinen zu lassen. Bringt er sein Programm durch, ist er nicht zu schlagen. Der Vierfach-Axel ist nur der letzte Diamant auf der Krone. Aber Malinin weiß, wie schnell die Krone abrutschen kann, wenn nicht sauber gearbeitet wird. Und die Krone glänzt auch so.
Seine Show ist auch ohne den Gigantensprung von einer faszinierenden Leichtigkeit. Beim Vierfach-Flip zur Eröffnung hat er einen atemberaubenden Luftstand, den Dreifach-Axel springt er, als sei es eine lockere Aufwärmübung, und die Kombination Vierfach-Lutz und Dreifach-Toeloop setzt er so butterweich aufs Eis, dass nicht mal eine Kratzspur zu sehen scheint. Nur für diese magische Kombination bekam er unglaubliche 21,21 Punkte. Den spektakulären Rückwärtssalto gab's als kleines Goodie für die Fans in der ausverkauften Arena obendrauf. Als er nach 2:49 Minuten, gerade noch so in der Zeit, die letzte Pose erreicht hatte, konnte Malinin die gigantische Erleichterung, die er in sich spürte, nicht verbergen. Er strahlte. Glücklich, golden? Auch seinem für einen Augenblick nur ausgelassen jubelnden Vater und Trainer Roman Skornyakov fiel reichlich Druck ab.













