
„Wir dachten, es ist aus“
Süddeutsche Zeitung
Am Dienstagabend landet erstmals nach Beginn des Iran-Kriegs wieder eine Maschine aus Dubai am Münchner Flughafen – und mit ihr nach Tagen der Unsicherheit mehrere Hundert erleichterte Urlauber.
Es ist kein banges Warten mehr, das Birgit Zimmermann an diesem Dienstagabend gemeinsam mit Jacqueline und Beatrice Bergemann im Ankunftsbereich D des Terminals 1 im Münchner Flughafen verspürt. In diesem Moment, um kurz vor 22 Uhr, ist es die pure Erleichterung, wie Zimmermann sagt. Ihre und Beatrice Zimmermanns Tochter kommen endlich nach Hause, nach drei Tagen, in denen alle „die pure Angst“ in sich getragen hätten, wie Mutter Birgit Zimmermann sagt.
Als sich die Schiebetüren endlich öffnen und die beiden Töchter in den Eingangsbereich des Terminals treten, fallen sich die fünf Frauen sofort in die Arme, es fließen Tränen, es wird gelacht. Flug Nummer EK 8051 ist nur wenige Minuten vorher gelandet. Es war die erste Maschine, die nach drei langen Tagen wieder in Dubai abgehoben hatte, um in München zu landen – und mehrere Hundert Urlauber aus einem Gebiet zurückzuholen, das mitten im Krieg steckt.
Am liebsten würden Saudi-Arabien und die Emirate den Krieg, der sie und ihr Geschäftsmodell bedroht, so schnell wie möglich beenden. Andererseits wollen sie das Regime in Iran als Nachbarn loswerden.
Kurz nach dem Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf Iran wurde ein Großteil des Luftraums über der Arabischen Halbinsel geschlossen, etwa 30 000 deutsche Urlauber kamen nicht mehr weg aus Dubai, Abu Dhabi oder Doha. Länder, die sie bewusst als Ziel für ihren Urlaub gewählt hatten, weil sie als so sicher gelten. Doch dann schlugen plötzlich Drohnen und Raketen aus Iran in diesen Urlaubsparadiesen ein – und die Menschen kamen nicht mehr weg.
An diesem Abend in München tummeln sich unzählige Medienvertreter in Terminal 1; das Interesse an den Schicksalen der gestrandeten Urlauberinnen und Urlauber ist enorm. Doch die sind erschöpft. Viele junge Menschen mit teils auf Koffern schlafenden Kindern suchen schnell das Weite, schütteln nur mit dem Kopf, wenn sie um Auskunft gebeten werden. Viele wollen einfach nur ihre Angehörigen, die auf sie gewartet haben, in den Arm nehmen und schnell nach Hause. Andere sagen, sie müssten ins Hotel, morgen gehe die Heimreise weiter, für sie ist München nur eine Zwischenstation.













