
„Schande für Afrika“
Süddeutsche Zeitung
Nach der Aberkennung des Afrika-Cup-Titels ist die Empörung in Senegal groß. Der Fußball-Verband geht juristisch gegen die Entscheidung vor – und die Regierung fordert eine Untersuchung wegen möglicher Korruption.
Die Freude, die Brahim Díaz am späten Dienstagabend an den Tag legte, als er auf der Ersatzbank von Real Madrid dem Spiel bei Manchester City beiwohnte, wirkte aufrichtig. Und sie wirkte wie ein verspäteter Gruß an jene, die meinten, der marokkanische Offensivspieler habe im fürwahr skandalträchtigen Afrika-Cup-Finale vom 18. Januar den Elfmeter im Finale gegen Senegal absichtlich in die Hände des Torwarts gelupft. In Folge einer bizarren Absprache, nachdem der Finalgegner Senegal einen 22-minütigen Streik beendet hatte und die Partie doch fortgesetzt werden konnte. Worüber Brahim am Dienstag strahlte? Über eine präzedenzlose Entscheidung des Berufungsgerichts der afrikanischen Fußballkonföderation Caf, die Senegals Zeitung Le Soleil „den Witz des Jahrhunderts“ nannte: Knapp zwei Monate nach dem Endspiel schusterte die Caf Ausrichter Marokko den Sieg zu.













