
Über geniale, beklaute Frauen
n-tv
Frauen lassen sich nicht mehr von "Tittenverordnungen" einschüchtern - zum Glück. Dass Frauen sich früher allerdings mit solch "scherzhaften" Vorschriften und noch viel mehr Müll abgeben mussten, erzählt Autorin Leonie Schöler in ihrem spannenden Buch "Beklaute Frauen".
Das Buch beginnt in der Steinzeit, sensationelle Funde wurden gemacht: Frauen waren gar nicht immer nur die Sammlerinnen, sondern gelegentlich auch mal die Jägerinnen - wahrscheinlich einfach deswegen, weil sie es mussten. Der Typ war abgehauen oder von einem Mammut aufgespießt worden, die Brut hatte trotzdem Hunger und keinen Bock auf "jeden Tag Salat".
Und aus der Kupferzeit stammend, wurde ein Mann ausgebuddelt, der "Ivory Man" genannt wurde. Nur, dass der eiserne Kerl gar keiner war, sondern eine Kupfer-Lady. Unglaublich? Aber wahr! Denn die Gebeine, die mit den Waffen allerlei Art gefunden wurden, wiesen weibliche DNA auf. Und so geht es munter weiter in "Beklaute Frauen", 321 Seiten lang. Die Geschichte der Menschheit ist also von Anfang an ein reiner Beschiss, wie uns Leonie Schöler zum Glück und zu unserer großen Lesefreude aufklärt.
Langsam arbeitet sie sich vor: "Ich werde immer wieder gefragt, warum ich mich so für Geschichte interessiere. Ich antworte dann meistens damit, dass mich die Vergangenheit so fasziniert, weil sie unsere Gegenwart erklärt. Alles ist, wie es ist, weil alles so war, wie es war. Wenn wir ganz genau hinschauen, dann bietet uns die Geschichte viele Antworten auf heutige Fragen. Wir können beobachten, wie sich Konflikte und Debatten wiederholen. Wir können vergleichen, welche Lösungen wir Menschen in der Vergangenheit für Herausforderungen gefunden haben und uns fragen, ob wir es heute genauso oder lieber anders machen sollten."
