
Wolfgang Detel warnt: Soziale Ungleichheit bedroht die Demokratie
Frankfurter Rundschau
Der Philosoph analysiert die Kluft zwischen Arm und Reich. Seine Diagnose zeigt, wie Reichtum zu politischer Macht wird.
Dem Land gehe es schlecht, schrieb der Historiker Tony Judt kurz nach der Finanzkrise von 2008. Judt sprach damals vor allem über sein Heimatland Großbritannien. Er beklagte den Verfall der öffentlichen Infrastruktur, die Erosion des Gesundheitswesens und vor allem die wachsende soziale Ungleichheit. All das sei eine Folge des Neoliberalismus. Eindringlich warnte er vor einem Zerfall der Demokratie. Diese Gefahr hat längst auch Deutschland erreicht. „In vielen demokratischen Staaten brennt die Hütte“, schreibt nun der Philosoph Wolfgang Detel. Der emeritierte Frankfurter Professor für antike Philosophie und Wissenschaftstheorie hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend mit der Frage beschäftigt, welche Folgen ökonomische Ungleichheit hat und welche politischen Maßnahmen ihr entgegenwirken könnten.













