Wer verdient an den Olympischen Winterspielen 2026?
ZDF
Die Olympischen Winterspiele sind nicht nur ein Sportereignis. Wer sind die eigentlichen Gewinner des Milliardengeschäfts in Mailand und Cortina?
Die Olympischen Spiele, die derzeit in Mailand und Cortina stattfinden, gelten als Fest des Sports. Doch hinter den Kulissen ist Olympia auch ein gigantisches Milliardengeschäft. Nirgends zeigen sich olympischer Zauber und Zugkraft deutlicher als in Cortina d’Ampezzo, jenem mondänen Ort, der bereits lange vor den Olympischen Spielen 2026 begonnen hat, sich neu zu erfinden. Die touristischen Kennzahlen lesen sich wie ein Wirtschaftsmärchen: 38 Prozent mehr Gäste aus Asien, 22 Prozent mehr aus den USA, eine Verdopplung gar der Besucherzahlen aus den Golfstaaten und internationale Gäste, die 420 Euro pro Tag ausgeben - mehr als doppelt so viel wie typische europäische Urlauber. Die Kehrseite? Für zahlreiche "normale" Wintersportgäste wird der Ort unerschwinglich. Die Unterkunftspreise seien extrem hoch, bis in den vierstelligen Bereich für eine Hotelübernachtung, hört man von vor Ort. So laut die Klagen, so sehr wird deutlich: Für die Hotel- und Tourismusbranche sind die Spiele schon jetzt ein Erfolg. Denn trotz dieser Preise, "die sich vom Boden abgelöst haben und irgendwo zwischen Luxus-Himalaya und Rendite-Everest schweben", wie es die italienische Zeitung "Corriere della Sera" schreibt, sind die Hotels gut gebucht. Und wo der Luxus zuhause ist, da ist es kein Zufall, dass Marken wie Louis Vuitton, Bulgari und Nobu bereits früh begriffen haben, welche Chance ihnen Olympia bietet: eine Bühne, auf der sich Statusartikel wie olympische Trophäen inszenieren lassen - subtil oder protzig, aber stets gewinnbringend. Eine andere Branche, die in keinem Medaillenspiegel auftaucht, die sich aber ebenso zu den Gewinnern der Spiele zählen darf, ist die Bauwirtschaft. Die Winterspiele 2026 sind - nüchtern betrachtet - ein Infrastrukturprojekt im Milliardenmaßstab gewesen. Allein in Südtirol und der Region um Cortina flossen 3,4 Milliarden Euro in Verkehrswege, Bahnstrecken, Energieversorgung und Sportstätten. Dass man nicht auf Skiern stehen muss, um zu gewinnen, zeigen auch die weltweiten Olympia-Sponsoren - die Mitglieder des "TOP"-Programms. Wer sich hier einkauft, kauft Zugang zur reinsten Form der weltweiten Reichweite, weiß auch Timo Zimmermann, Professor für Sportmanagement an der International School of Management (ISM) in Dortmund.





