Ersetzen Lieferdienste künftig den Supermarkt?
ZDF
Picnic, Knuspr, Flink: Immer mehr Anbieter bringen den Einkauf nach Hause. Der Markt wächst. Entsteht eine echte Konkurrenz zum Supermarkt?
Picnic, Knuspr, Flink: Immer mehr Anbieter bringen den Einkauf nach Hause. Der Markt wächst, doch das Geschäft ist kompliziert. Entsteht eine echte Konkurrenz zum Supermarkt? Viele rote und graue Kisten stapeln sich im Logistikzentrum des Online-Supermarkts "Picnic" im hessischen Hanau. In ihnen liegen Produkte aller Art - von Toilettenpapier über Nudeln bis hin zu tiefgekühlten Fischstäbchen. Zu Beginn ihrer Schicht belädt Lieferfahrerin Zoë Adomat ihren elektrischen Mini-Lieferwagen, dann kann es losgehen. Die unterschiedlichsten Kunden bestellen online, teils sogar ganze Wocheneinkäufe, berichtet sie. Zwölf Kunden fährt sie heute auf ihrer dreistündigen Route an. Der Markt für Online-Lebensmittellieferdienste wächst zunehmend stark, immer mehr Menschen bestellen online. Löst der Lieferwagen künftig den Supermarkt ab? Bemerkenswert ist vor allem die Dynamik: Das Online-Bestellvolumen von Lebensmitteln und Drogeriewaren stieg im vergangenen Jahr voraussichtlich um mehr als zehn Prozent und damit mehr als doppelt so schnell wie der Onlinehandel mit anderen Produktkategorien wie Mode, Elektronik oder Büchern - Warengruppen, die seit Jahren stark im Internet vertreten sind. Gleichzeitig ordnet Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung Köln (IFH) ein: "Wir reden bei Drogeriewaren und Lebensmitteln insgesamt von einem Online-Anteil von etwa drei Prozent. Also wirklich nur ein kleines Stück des Kuchens." Auf dem Markt gibt es mittlerweile diverse Supermarkt-Lieferdienste: Neben dem niederländischen "Picnic", hinter dem Supermarktriese Edeka steht, baut auch Konkurrent Rewe sein Lieferangebot stark aus. Daneben kämpfen Lieferdienste wie das tschechische Start-up "Knuspr", der Getränkelieferant "Flaschenpost" und der Quick-Commerce-Anbieter "Flink" um Marktanteile. Die Vergangenheit zeigt jedoch die Tücken des Online-Lebensmittelhandels. Manche Start-ups mussten sich vom deutschen Markt zurückziehen, wie der Berliner Lieferdienst "Gorillas". Selbst der Onlineriese Amazon stellte seinen Dienst "Amazon Fresh" nach wenigen Jahren ein.





