Kann Barzahlung weg? Wer was dagegen hat
ZDF
Bargeld oder Kartenzahlung? Der Handel klagt über teure Bargeldlogistik, während Verbände die gesellschaftliche Funktion hervorheben.
Vielfach wird im Handel nur noch digital gezahlt. Doch das schließt Menschen aus, Barzahlungen werden teurer. Verbände drängen auf klare Regelungen. Die Hürden für Barzahlungen steigen - das bringt die großen Verbraucher- und Sozialverbände auf den Plan. 14 Organisationen schlagen in einem gemeinsamen Appell Alarm und drängen die Bundesregierung zu klaren Vorgaben, damit Bargeld im Alltag nicht weiter an Bedeutung verliert. "Wir beobachten, dass Bargeldabhebungen und -zahlungen schwieriger werden", sagt Felicitas Makait vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Selbstbedienungskassen ließen teils nur Kartenzahlung zu, einige Geschäfte lehnten Bargeld komplett ab. Auch im öffentlichen Bereich sei es schwieriger geworden: Bahn- und Schwimmbadtickets seien mancherorts nur noch digital erhältlich. Das erschwere die Teilhabe für viele. Ulrich Binnebößel vom Handelsverband Deutschland (HDE) spricht von einer "paradoxen Situation": Die Nachfrage nach Wahlfreiheit sei hoch, doch die tatsächliche Nutzung von Bargeld sinke deutlich. Dabei seien zumindest an den Hauptkassen im Supermarkt Bargeldzahlungen weiterhin "praktisch flächendeckend" möglich. Dass in der Praxis immer seltener bar bezahlt wird, führt laut Handelsverband zu steigenden Kosten. Denn auch wenn Kartenzahlungen - besonders kontaktlose - stark zunehmen, müsse die Bargeldinfrastruktur unabhängig vom Transaktionsvolumen vorgehalten werden, was jede Barzahlung teurer mache. "Gleichzeitig muss der Handel wirtschaftlich bleiben, um Preissteigerungen zu vermeiden", erklärt Binnebößel. Das alles sei nur schwer miteinander vereinbar.





