Was passiert, wenn ein Wal stirbt?
ZDF
Buckelwal "Timmy" vor Wismar hat laut Experten kaum noch Überlebenschancen, Rettungsversuche wurden eingestellt. Was passiert nach seinem Tod?
Der Buckelwal "Timmy" vor Wismar hat laut Experten kaum noch Überlebenschancen, Rettungsversuche wurden eingestellt. Was passiert mit ihm und wie stirbt ein Wal in der Tiefsee? Der vor der Ostseeküste liegende Buckelwal "Timmy" bewegt sich kaum noch. Nach Angaben des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern atmete das Tier am Mittwochmorgen etwa alle fünf Minuten. Experten sprechen von einem "sehr weit fortgeschrittenen Schwächezustand", der auf ein mögliches Verenden hindeutet. Sollte der Wal sterben, steht bereits fest, wie mit dem Kadaver umgegangen wird: Er soll ins Deutsche Meeresmuseum nach Stralsund gebracht und dort umfassend untersucht werden. Das Deutsche Meeresmuseum teilte gegenüber ZDFheute mit, dass der Walkörper nach dem Transport zur Insel Dänholm gemeinsam mit externen Expert*innen obduziert und umfassend dokumentiert werden soll. Organe und Gewebe werden vermessen, gewogen und beprobt, um mögliche Krankheiten und die Todesursache zu bestimmen. Die entnommenen Proben sollen langfristig für die Wissenschaft gesichert werden. Ein Großteil des Körpers werde von einer spezialisierten Firma entsorgt, das Skelett könnte laut Museum in die wissenschaftliche Sammlung der Universität Rostock übernommen werden, ein Angebot werde dort derzeit geprüft. Der Wal ist ein Säugetier, "der Sterbeprozess ist deswegen nicht anders als bei uns Menschen", erklärt Tamara Narganes Homfeldt, Meeresbiologin mit dem Schwerpunkt Cetologie von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). "Für die Natur ist es am allerschönsten, wenn ein sogenannter Walfall passiert", sagt die Meeresbiologin. Sinkt ein Wal in tiefere Gewässer, beginne laut Homfeldt ein mehrstufiger Prozess: "Wenn ein Wal nicht mehr die nötige Energie hat, um an die Meereoberfläche zu gelangen, kann er auch nicht mehr atmen", erklärt Homfeldt. Im offenen Meer versinkt der Kadaver je nach Art und Gewebe früher oder später. Erreicht er die Tiefsee, befindet er sich in einem nährstoffarmen Meeresraum. Der Kadaver habe hingegen viele Nährstoffe, so Homfeldt.







