
Was der Turnierbaum für Bayern und Leverkusen bedeutet
Süddeutsche Zeitung
Leverkusen zieht Arsenal, der FC Bayern trifft im Achtelfinale der Champions League auf Atalanta – und beide Klubs wissen jetzt schon, wie ein möglicher Weg ins Endspiel aussehen könnte.
Der FC Bayern hat bei dieser Auslosung für das Champions-League-Achtelfinale Glück und Pech zugleich gehabt. Glück, weil Atalanta Bergamo und nicht Bayer Leverkusen der Gegner sein wird, was in dem Fall aber kein Urteil über die angenommene Stärke des Kontrahenten sein soll. Nein, der Spielplan der Bundesliga hätte die kuriose Situation erzeugt, dass die Münchner am 11. März (Champions-League-Hinspiel), am 14. März (Bundesliga) und am 18. März (Rückspiel) gegen Leverkusen gespielt hätten. Das DFB-Pokalhalbfinale am 21. April wäre auch noch dazu gekommen. Außerdem lautete das Champions-League-Achtelfinale im vergangenen Jahr wie? Richtig: Bayern gegen Leverkusen. Die Gefahr der Überdrüssigkeit bei Zuschauern und auch bei Spielern wäre groß gewesen.
Nun also Atalanta, jenes Team, das Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb geworfen und allein deswegen keine Überheblichkeit verdient hat. Aber sollten die Bayern im Gegensatz zum BVB die Prüfung in der Lombardei bestehen, würde der Pech-Anteil der Auslosung sichtbar werden. Denn im seit dem vergangenen Jahr etablierten System steht der Turnierbaum der Champions League bereits fest – und der Münchner Gegner wäre bei einem Weiterkommen dann entweder Real Madrid oder Manchester City. Hätte der FC Bayern Leverkusen gezogen (und wäre weitergekommen), wäre Bodö/Glimt oder Sporting Lissabon der Gegner gewesen. Da fällt das Urteil über die subjektiv empfundene Schwierigkeit schon leichter.
Sollte Leverkusen die hohe Hürde Arsenal bewältigen, würde der Klub auf einen der beiden Außenseiter treffen. Spekulativ wird es im Halbfinale. Dort droht den Bayern entweder Chelsea, Liverpool, Paris oder Galatasaray. Leverkusen könnte auf Barcelona, Tottenham, Atlético oder Newcastle treffen.
Neu an der Champions-League-K.-o.-Runde ist, dass diese Auslosung die letzte war, ab jetzt ergeben sich alle Begegnungen und auch deren Spiel-Reihenfolge durch den Turnierbaum und die Platzierung in der Ligaphase. Je besser man in der Vorrunde abgeschnitten hat, desto mehr Vorteile hat man. So kann der FC Bayern als Tabellenzweiter etwa erst im Finale auf den Tabellenersten FC Arsenal treffen. Bayern hat zudem als eines der zwei topgesetzten Teams immer das Recht, das Rückspiel zu Hause austragen zu dürfen – was seit der Abschaffung der Auswärtstorregel tendenziell ein Vorteil ist. Generell hat die Mannschaft, die in der Ligaphase besser abgeschnitten hat, Heimrecht im Rückspiel.
Aber: Man kann sich als Außenseiter dieses Recht erspielen. Sollte zum Beispiel Atalanta Bayern besiegen, würden sie Bayerns „Platzierung“ übernehmen, würden also in einem Viertelfinale gegen Real oder Manchester City das zweite Spiel in Bergamo spielen. Die gleichen Regeln gelten für die Europa League, wo der VfB Stuttgart auf Porto trifft (und zunächst zu Hause antritt). Der SC Freiburg hat gegen Genk im zweiten Spiel Heimrecht.













