
Ukrainische Soldaten besteigen mit Prothesen den Kilimandscharo
n-tv
"Second Wind" dokumentiert die tiefgreifenden inneren Wandlungen von fünf Soldaten, die trotz körperlicher Einschränkungen alles geben, um ihren Schmerz zu überwinden. Mit ntv.de sprechen die Regisseurin Masha Kondakova und der Produzent Gena Gazin über Krieg, Kameraden - und den Kilimandscharo.
"Second Wind" dokumentiert die tiefgreifenden inneren Wandlungen von fünf Soldaten, die trotz körperlicher Einschränkungen alles geben, um ihren Schmerz zu überwinden. Mit ntv.de sprechen die Regisseurin Masha Kondakova und der Produzent Gena Gazin über Krieg, Kameraden - und den Kilimandscharo.
Die Verarbeitung des Kriegstraumas gelingt den fünf Helden, die sich aus der Ukraine auf den Weg zum Kilimandscharo machen, sicher nicht immer und nicht dauerhaft. Allein deswegen, weil es eine sehr kurze Reise für ein solch monumentales Unterfangen ist. Auch, weil sie alle wieder in den Krieg zurückmüssen nach dieser Auszeit. Und auch, weil dieser Trip ihnen fast alles abverlangt hat. Aber sie haben es geschafft.
Mit "Second Wind" zeigt Masha Kondakova, wie Menschen in noch so schwierigen Lebenslagen über sich hinauswachsen können. Sowohl durch die Kraft der Kameradschaft als auch durch ihre eigene, enorme Willensstärke. Die Reise von fünf ukrainischen Soldaten mit Amputationen aufgrund des Krieges ist mehr als eine körperliche Leistung - sie ist eine klassische Heldenreise und ein kraftvolles Symbol für den Kampf einer Nation. Die Soldaten und der Film stehen für die Hoffnung, die hoffentlich bald aus der Asche des Krieges erwachsen wird. Es wäre ein universelles Zeugnis der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Körpers und Geistes.
Die Idee zu dem Film entstand, als Gena Gazin, der Produzent, seinen Sohn in Tel Aviv besuchte und er einen Mann am Strand sah, der joggte. Der Jogger kam näher und Gazin realisierte, dass er eine Prothese trug. Er war fasziniert. Es war der Moment, in dem er dachte, dass man mit einer Prothese alles schaffen kann - sogar einen der höchsten Berge der Welt erklimmen. Und so machte er, der in der Ukraine geboren wurde und in den Vereinigten Staaten Karriere gemacht hat, sich auf die Suche nach ukrainischen Soldaten mit Prothesen. Es gibt Zehntausende inzwischen. Im Gegensatz zu den Hauptdarstellern und der Regisseurin ist Gazin ein erfahrener Bergsteiger - mehrere Nahtoderfahrungen in jüngster Zeit haben ihn jedoch dazu gebracht, nochmal neu und anders über das Leben nachzudenken.
Entstanden ist einer der schönsten Filme über die Stärke des menschlichen Willens und die Kraft der Gemeinschaft. Ganz "nebenbei" erfahren die Zuschauer, wie ukrainische Soldaten "ticken". Zu verdanken ist das Masha Kondakova, der Regisseurin von "Second Wind". Preisgekrönt und seit Jahren in Paris ansässig, erzählt sie ntv.de im Rahmen der Sicherheitskonferenz in München, dass sie und Gazin einen Film machen wollten, der den wahrscheinlich Zehntausenden Ukrainern mit Prothesen, zeigen will, dass das Leben weitergeht. Dass es lebenswert ist und dass man sich nicht einschränken muss. "Gena ist der beste Produzent, obwohl das sein erster Film war. Er ist ein immenses Risiko eingegangen, denn niemand gibt in der Ukraine im Moment Geld dafür aus, Filme zu machen", lobt sie ihren Landsmann.













