
Während Hugh Jackman singt, fliegen die Nadeln
n-tv
Über neue Strickmuster plaudern und dann beim Film gemeinsam ran an die Maschen: Strickkinos sind beliebt und vielerorts im Angebot. Was macht den Reiz aus - und verliert man da nicht den Faden?
Über neue Strickmuster plaudern und dann beim Film gemeinsam ran an die Maschen: Strickkinos sind beliebt und vielerorts im Angebot. Was macht den Reiz aus - und verliert man da nicht den Faden?
Auf der Kinoleinwand kochen die Emotionen hoch, unten im Saal klappern leise die Stricknadeln. Sämtliche 260 Plätze sind belegt. Frauen allen Alters sind gekommen, dazwischen eine Handvoll Männer. Kleine Leselampen leuchten auf, auch die ein oder andere Stirnlampe. Während Hugh Jackman für Drama und Herzschmerz in "The Greatest Showman" sorgt, lassen Hunderte flinke Hände Socken, Schals oder Pullover anwachsen - Masche für Masche, Reihe für Reihe.
Strickkinos wie in Köln sind beliebt und unter Namen wie "Maschenkino" oder "Kino und Knäuel" inzwischen in vielen Städten bundesweit im Angebot - etwa in Aachen, Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Jena, Koblenz, Mannheim, Oldenburg oder Rostock.
Bevor der Film startet, wird im Residenz-Kino erst mal munter geplaudert. Es geht um Strickmuster, neue Techniken, weitere anstehende Strickevents. Herma, 59 Jahre alt, aus Krefeld ist begeistert: "Ich stricke gerne in Gesellschaft und bekomme hier viele schöne Tipps." Auch ihre Freundin Regina arbeitet im Foyer schon fleißig an ihrem Pullunder, bevor es in den Saal geht.
"Es ist einfach schön, zusammen ein bisschen öffentlich zu stricken", findet die 68-jährige Ute und ist gespannt, welcher Film - streng geheim bis zuletzt - wohl gespielt wird. Verliert sie dabei nicht den Faden - entweder bei ihrer Wollsocke oder bei der Film-Story? "Oh nein, Socken kann ich blind stricken."













