
Terrorprozess: Hisbollah-Mitglied zu Haftstrafe verurteilt
n-tv
Mehr als sechs Jahre Haft für verdeckte Einkäufe, Sprengstoffdrohnen und Beihilfe zum versuchten Mord: Was das Urteil gegen ein Hisbollah-Mitglied aus Salzgitter so besonders macht.
Mehr als sechs Jahre Haft für verdeckte Einkäufe, Sprengstoffdrohnen und Beihilfe zum versuchten Mord: Was das Urteil gegen ein Hisbollah-Mitglied aus Salzgitter so besonders macht.
Celle (dpa/lni) - Das Oberlandesgericht Celle hat ein Mitglied der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Strafsenat sprach den 35-Jährigen wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Beihilfe zum versuchten Mord und gewerbsmäßigen Verstoßes gegen ein Embargo der Europäischen Union (EU) schuldig. Der Mann bekam dafür eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten.
Nach Überzeugung des Senats schloss sich der Mann spätestens im Jahr 2016 der "Terrororganisation" an. Ab 2022 organisierte er demnach von Deutschland aus die Ausfuhr militärisch nutzbarer Güter für das Drohnenprogramm des militärischen Hisbollah-Flügels im Libanon. Der Wert der Komponenten habe bei rund einer halben Million Euro gelegen. Den Angaben zufolge wären die Teile für den Bau von mehr als 300 Sprengstoffdrohnen ausreichend gewesen.
In einem Fall im Jahr 2024 feuerte die Hisbollah nach Ansicht des Senats eine mit Sprengstoff bestückte Drohne auf ein bewohntes Gebiet in Israel ab. Das Fluggerät sei im dritten Stock eines Seniorenheims in der Küstenstadt Herzlia nahe Tel Aviv explodiert.
In den Überresten der dabei eingesetzten Drohne wurden Bauteile gefunden, die der Verurteilte bestellt und geliefert hatte. Menschen seien bei dem Angriff zwar nicht verletzt worden. Das Gericht wertete den Vorfall zulasten des 35-Jährigen dennoch als Beihilfe zum versuchten Mord.













