
Tatsächlich: Werder gewinnt ein Fußballspiel
Süddeutsche Zeitung
Nach 13 Bundesligaspielen ohne Sieg vergibt Bremen gegen Heidenheim Torchancen auf groteske Art – und jubelt am Ende doch. St. Pauli überrascht in Sinsheim, Gladbach freut sich über einen späten Strafstoß. Das Wichtigste zum Spieltag.
Bevor es am Samstagabend zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern zum vielleicht letzten Mal in dieser Saison um so etwas wie Spannung im Kampf um die Meisterschaft geht, stand der Abstiegskampf im Fokus. Werder Bremen gewann beim 2:0 gegen Heidenheim zum ersten Mal seit dem 7. November ein Bundesligaspiel, der FC St. Pauli schlug überraschend Hoffenheim.
Schon am Freitagabend hatte sich der FC Augsburg auf Rang neun mit einem 2:0 gegen den 1. FC Köln wohl aller Abstiegssorgen entledigt. Von Rang zehn an braucht aber jeder noch dringend Punkte, um drinzubleiben. Nach einem 0:1 in Mönchengladbach sogar der Zehnte Union Berlin. Und zumindest bis zum Sonntag belegt der VfL Wolfsburg einen direkten Abstiegsplatz. Alle Ergebnisse finden Sie hier.
Werder Bremen hat tatsächlich zwei Tore geschossen und ein Spiel gewonnen?
Ja, mit sehr langem Anlauf. In der ersten Hälfte musste man die Bremer Chancenverwertung noch eher Chancenvereitlung nennen. Zuerst jubelte das Stadion schon über das vermeintliche erlösende Führungstor. Aber während Olivier Deman den Ball stolpernd im Heidenheimer Tor untergebracht hatte, war Jovan Milosevic Torhüter Frank Feller im dadurch nicht mehr passiven Abseits in die Parade gefahren – Schiedsrichter Florian Badstübner gab den Treffer nicht (29.). Auftritt Milosevic Nummer zwei: Nach schöner Vorarbeit von Romano Schmid grätschte er den Ball im Fünfmeterraum am leeren Tor vorbei (36.). Und schließlich dribbelte Schmid Feller (den Ersatz für den verletzten Diant Ramaj) aus, schoss dann aber an den Außenpfosten und im zweiten Versuch ans Außennetz (45.+2).
Falls es noch Belege bedurfte, dass Werder Bremen vor allem wegen einer grotesk schwachen Offensive gegen den Abstieg kämpft – da waren sie. Denn überlegen war Werder gegen den Tabellenletzten zweifellos, die Ballbesitzwerte gingen zeitweilig auf die 70 Prozent zu. Und auch der Unterstützung der Fans konnten sich die Bremer gewiss sein: Der Ultra-Vorsänger hatte vor dem Anpfiff eigens eine Rede gehalten, um daran keine Zweifel aufkommen zu lassen.













