
Starke Zunahme rechtsextremer Vorfälle an Schulen
n-tv
Rassistische Sprüche, Hitlergruß, Drohungen: Die Zahl rechtsextremer Vorfälle an sächsischen Schulen erreicht einen neuen Höchststand. Die Lehrkräfte sind sensibilisiert.
Rassistische Sprüche, Hitlergruß, Drohungen: Die Zahl rechtsextremer Vorfälle an sächsischen Schulen erreicht einen neuen Höchststand. Die Lehrkräfte sind sensibilisiert.
Dresden (dpa/sn) - An sächsischen Schulen hat es 2025 deutlich mehr rechtsextreme Vorfälle gegeben. Das belegen Zahlen des Kultusministeriums, die nach einer Kleinen Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel (Linke) veröffentlicht wurden. Demnach meldeten die Schulen ihren Aufsichtsbehörden 245 entsprechende Vorkommnisse. In den beiden Jahren zuvor waren es etwas mehr beziehungsweise etwas weniger als 150. Die Zahl markiere einen langjährigen Spitzenwert, hieß es.
Nagel sprach von einer alarmierenden Entwicklung. Parallel zu schulinternen Meldungen sei in den vergangenen Jahren auch die Zahl "rechtsmotivierter Straftaten" - so die offizielle Bezeichnung - im Kontext von Schulen gestiegen. 2024 sei hier mit 185 Fällen ein Höchstwert erreicht worden. Die Zahlen für das vergangene Jahr wolle das Landeskriminalamt im März veröffentlichen. "Ein näherer Blick in die Daten des Kultusministeriums zeigt bereits, dass in rund zwei Drittel aller schulinternen Vorfälle die Grenze zur Strafbarkeit überschritten war und die Polizei eingeschaltet werden musste."
Bei den vom Ministerium aufgelisteten Fällen geht es vor allem um rechtsextremistische Parolen sowie um rassistische und antisemitische Sprüche. So habe im vergangenen Dezember ein Schüler aus Leipzig gegenüber Mitschülern geäußert, "Juden müssten alle vergast werden". In Glauchau habe ebenfalls im Dezember ein Schüler "Advent, Advent, ein Jude brennt" im Unterricht gesagt. Wiederholt sei auch der Hitlergruß gegenüber anderen Schülern gezeigt worden.
Hinzu kommen Gewalt gegen Schülerinnen und Schüler sowie Drohungen auch gegen Lehrkräfte. In einem Fall habe sich im Dezember in Dresden eine Lehrerin im Unterricht "ausländerfeindlich" geäußert, heißt es in der Auflistung des Ministeriums. Ein knappes Drittel aller Vorfälle ereignete sich in den drei großen Städten Leipzig (39 Fälle), Dresden (24) und Chemnitz (14).













