
Schriftsteller Poschenrieder fährt Straßenbahn: „Ich habe die Schnauze voll“
Frankfurter Rundschau
Der Diogenes-Autor hat acht Romane veröffentlicht und war für den Buchpreis nominiert. Jetzt arbeitet Christoph Poschenrieder als Straßenbahnfahrer.
Am Vorabend seiner nächsten Schicht in der Münchner Tram sitzt Christoph Poschenrieder vor 27 Gästen auf einem Plüschsofa des Buchsalons im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Wenn nichts dazwischenkommt, ist es die vorletzte Lesung seines Schriftstellerlebens. Der einst hochgelobte Poschenrieder liest so leise aus seinem letzten Roman, dass die Geschichte seiner Großtante Hedwig, die von den Nazis umgebracht wurde, weil sie psychisch krank war und daher unwert, zu leben, fast untergeht im Gebrabbel und Gläserklirren und Flipperklickern der Gaststätte nebenan.
More Related News













