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Natalia Klitschko bangt jeden Morgen neu

Natalia Klitschko bangt jeden Morgen neu

n-tv
Saturday, March 05, 2022 03:07:36 PM UTC

Vitali Klitschko harrt weiter in Kiew aus. Die Stadt wird beschossen, der Bürgermeister ist ein prominentes Ziel russischer Mordpläne. 1600 Kilometer entfernt wartet die Frau des ehemaligen Box-Champions jeden Morgen aufs neue auf ein frisches Lebenszeichen.

Natalia Klitschko ist dieser Tage in Hamburg, in Sicherheit. Ihr Mann Vitali Klitschko ist der Bürgermeister von Kiew, der Hauptstadt der Ukraine. Stadt und Land stehen unter russischem Beschuss, Klitschko soll als einer der prominentesten Köpfe der ukrainischen Politik eines der wichtigsten Ziele von Russlands Präsident Wladimir Putin sein. Und Klitschko, der einer der schärfsten und international am lautesten gehörten Kritiker Putins ist, harrt weiter in Kiew aus. "Mein Tag fängt an, dass ich jedem, den ich liebe und den ich kenne, schreibe und ganz froh bin, Antworten zu bekommen und weiß: Ja, sie sind am Leben", berichtete Natalia Klitschko in der ARD-Sendung "Wir helfen - Gemeinsam für die Ukraine". Jeden Morgen bekomme sie die Antwort von Vitali, dass es ihm gut gehe.

Seit 1996 sind die Sängerin Natalia und der ehemalige Box-Champion Vitali Klitschko verheiratet, gemeinsam haben sie drei Söhne zwischen 17 und 21 Jahren. Natalia Klitschko erlebte den Aufstieg ihres Mannes zum ersten Schwergewichtsweltmeister aus einem Land der ehemaligen Sowjetunion und später zu einem Superstar der Boxwelt. Sie erlebte, wie Klitschko, Sohn eines sowjetischen Offiziers, in der Politik Karriere machte und nach den Wirren, der umstürzlerischen Kraft und der Gewalt des Euromaidan 2014 Bürgermeister von Kiew wurde. Nun ist ihr Mann rund 1600 Kilometer entfernt im Krieg. "Meine ganze Familie ist im Epizentrum – sie sind entweder in Kiew oder in der Nähe. Meine Freunde, meine Verwandten, meine Bekannten", berichtete sie sichtlich bewegt.

Noch gibt es kein Anzeichen, dass internationale Proteste für eine Entspannung der Lage sorgen könnten. Vitali Klitschko sprach in einem am Donnerstag aufgezeichneten und am Freitag gesendeten Interview des ARD-"Morgenmagazin" vom "Horror", der in der Stadt herrsche. "Wir müssen heute Heizung, Elektrizität und Wasser bekommen, wir müssen uns um die Menschen kümmern." Gleichzeitig schlügen überall Raketen ein. "Es ist ein Horror. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in meiner Stadt passieren könnte. Manchmal wache ich auf und denke, es ist ein Traum. Aber es ist leider Realität." Es gebe Anschläge und russische Scharfschützen in der Stadt. "Bleiben Sie bitte mit uns, weil wir kämpfen auch für deutsche Werte."

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