
Wahlen zeichnen kommunalpolitische Landkarte neu
n-tv
Spätestens die Stichwahlen in bayerischen Kommunen haben gezeigt: Alte Gewissheiten über Wahlausgänge zählen genauso wenig wie Amtsboni. Die CSU will die Ergebnisse aufarbeiten.
Spätestens die Stichwahlen in bayerischen Kommunen haben gezeigt: Alte Gewissheiten über Wahlausgänge zählen genauso wenig wie Amtsboni. Die CSU will die Ergebnisse aufarbeiten.
München (dpa/lby) - Nach einer deutlichen Verschiebung der kommunalpolitischen Landkarte in Bayern hat CSU-Chef Markus Söder einen Dämpfer für seine Partei eingestehen müssen. Jubel herrschte am Tag nach der Stichwahl um Oberbürgermeister- und Landratsposten dagegen bei Freien Wählern und Grünen: Die Partei von Hubert Aiwanger verdoppelte die Zahl ihrer Landräte von 14 auf 28 und stellt künftig vier Oberbürgermeister.
Auch bei den Grünen herrscht Feierstimmung: Neben dem Sensationscoup von Dominik Krause, der dem haushohen Favoriten Dieter Reiter (SPD) in der Landeshauptstadt München das Amt des Oberbürgermeisters entriss, feierten die Grünen auch in Neuburg an der Donau und im Landkreis Landsberg am Lech. In Neuburg gewann Gerhard Schoder das Rennen um den OB-Sessel und ist damit nach Krause und dem Würzburger Martin Heilig der dritte grüne Oberbürgermeister in Bayern. Im Kreis Landsberg, wo eine Debatte um Gasbohrungen den politischen Diskurs prägt, wird Daniela Groß die einzige grüne Landrätin.
Söder und sein Stellvertreter als Ministerpräsident, Freie-Wähler-Parteichef Hubert Aiwanger, sehen die Bedeutung der Kommunalwahl für die landespolitische Zukunft unterschiedlich. Aiwanger bewertet das Abschneiden seiner Partei in den Kommunen auch als "Steilvorlage" für die nächste Landtagswahl. Die Freien Wähler wollten ihre Strukturen straffen und 2028 erneut als deutlich zweitstärkste Partei aus der Landtagswahl hervorgehen, sagte er.
Söder sagte, ein Trend für die Landtagswahlen sei aus dem Ergebnis der Kommunalwahlen nicht abzuleiten. Die Freien Wähler hätten von Stimmen aus dem AfD-Lager profitiert und auch von der geringen Wahlbeteiligung. Die CSU-Kandidaten hätten auffällig oft in die Stichwahl gemusst, weil ihnen die AfD im ersten Wahlgang Stimmen gekostet habe. Auffällig oft seien Amtsinhaber abgewählt werden, auffällig oft seien auch die Führenden nach dem ersten Wahlgang noch gescheitert.













