
Prozess um vernachlässigte Kindspflege – Mutter bleibt fern
n-tv
Ein schwerbehindertes Kind kämpft ums Überleben, weil seine Eltern sich nicht ausreichend kümmerten – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Doch vor dem Prozess taucht die Mutter ab.
Ein schwerbehindertes Kind kämpft ums Überleben, weil seine Eltern sich nicht ausreichend kümmerten – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Doch vor dem Prozess taucht die Mutter ab.
Erfurt (dpa/th) - Kurzer Prozess: Ein Elternpaar ist wegen der vernachlässigten Pflege seines schwer körperlich und seelisch behinderten Kindes angeklagt. Doch vor dem Landgericht Erfurt erschien zu Beginn des Verfahrens nur der 44 Jahre alte Mann.
Die ebenfalls 44-jährige Frau sei vor wenigen Wochen weggegangen und halte sich derzeit in Bayern auf, sagte der Angeklagte. Die Frau soll in einer neuen Beziehung mit einem wesentlich jüngeren Mann sein, gab er an. Die Verhandlung wurde daraufhin nach rund einer halben Stunde unterbrochen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten aus Weimar versuchten Totschlag vor. Sie sollen sich über mehrere Monate nicht adäquat um den behinderten Jungen gekümmert und ihn nicht ausreichend mit Essen und Trinken versorgt haben. Der Junge verfiel laut Staatsanwaltschaft daraufhin zunehmend körperlich - bis sein Zustand schließlich lebensbedrohlich geworden sein soll. Den Eltern solle das bewusst gewesen sein.
Der Prozess soll an diesem Freitag fortgeführt werden - ob der Termin gehalten werden kann und die Frau dann erscheint, ist unklar. "Wir können nicht verhandeln ohne die Angeklagte", so der Vorsitzende Richter. Ihre Verteidigerin erklärte, dass sie keine Kenntnis vom Verbleib ihrer Mandantin habe und die Kontaktaufnahme im Vorfeld schwierig gewesen sei. Die Staatsanwältin beantragte die Vorführung der Angeklagten. Der Verteidiger des Mannes kündigte an, dass sich sein Mandant zu den Vorwürfen äußern wolle.













