
SPD-Schlappe in Rheinland-Pfalz: "Mehr als nur Bundestrend"
n-tv
Nicht nur Gegenwind aus Berlin, sondern auch Schwächen im Land führten nach Einschätzung der Forschungsgruppe Wahlen zur Niederlage der Sozialdemokraten.
Nicht nur Gegenwind aus Berlin, sondern auch Schwächen im Land führten nach Einschätzung der Forschungsgruppe Wahlen zur Niederlage der Sozialdemokraten.
Mainz (dpa/lrs) - Die Forschungsgruppe Wahlen sieht die SPD-Niederlage in Rheinland-Pfalz nicht allein als Folge eines schwachen Bundestrends der Partei. "Mit dem alleinigen Verweis auf den Bund und der Erzählung einer grandiosen Aufholjagd macht es sich die SPD im Land etwas zu einfach", sagte Meinungsforscher Matthias Jung der Deutschen Presse-Agentur.
Zwar hätten der rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer und seine Partei durchaus "heftigen Gegenwind aus Berlin wegstecken" müssen. "Aber so groß war die Zufriedenheit mit der Arbeit der SPD in der Landesregierung nicht, und der Personenbonus war bei den Vorgängern von Schweitzer auch größer gewesen. Von einem Amtsbonus war nicht viel zu erkennen, stattdessen gab es eine Wechselstimmung", sagte Jung.
Eine wirkliche Aufholjagd sei nach seiner Einschätzung vor allem am Schluss nicht beobachtbar gewesen. Die SPD habe zwar am Wahlabend besser dagestanden als in Umfragen vor einigen Monaten. Aber Umfragen, die mit einem großen zeitlichen Abstand zum tatsächlichen Wahldatum durchgeführt würden, hätten eine geringe Aussagekraft, weil sich viele Menschen so lange vor einer Wahl "nicht wirklich für die landespolitischen Konstellationen interessieren."
In den letzten Tagen vor der Wahl - wenn die Wähler, die an der Urne wählen, sich entscheiden - habe die SPD im Land den Endspurt klar verloren, sagte Jung. "Aus einem knappen Vorsprung der CDU vor der SPD - wenige Tage vor der Wahl - wurde dann an der Urne ein deutlicher Vorsprung der CDU."













