
Nach weniger als jeder dritten Straftat folgt eine Anzeige
n-tv
Alte Menschen haben am meisten Angst, sind aber am seltensten Opfer einer Straftat. Junge Männer sind laut der neuen Dunkelfeldstudie zur Kriminalität im Norden dagegen am meisten gefährdet. Einige Zahlen aus der Befragung geben Anlass zur Sorge.
Kiel (dpa/lno) - Knapp zwei Drittel der Schleswig-Holsteinerinnen fühlen sich nachts allein in Bus oder Bahn nicht sicher. Bei Männern trifft das nur auf gut ein Drittel zu, wie aus der am Donnerstag in Kiel vorgestellten Dunkelfeldstudie zu Kriminalität hervorgeht. Frauen berichteten ungefähr doppelt so häufig davon, dass sie häufig oder sehr oft bestimmte Straßen, Plätze oder Parks meiden und dass sie Fremden, denen sie nachts begegnen, nach Möglichkeit ausweichen.
"Gerade vor diesem Hintergrund halte ich unsere Ansätze, Waffenverbotszonen und Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen einzuführen und eine kostenfreie Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs auch für zivile Polizeikräfte zu gewährleisten, für wichtig und richtig, um das Sicherheitsgefühl vor allem der Bürgerinnen zu steigern", sagte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU).
Für die Studie wurden nach dem Zufallsprinzip 23.500 Menschen in Schleswig-Holstein über 16 Jahren befragt. 9239 von ihnen oder knapp 40 Prozent beantworteten die Fragen zwischen Anfang November 2020 und Ende Januar 2021. In drei weiteren Bundesländern gab es ebenfalls Studien.
