
Monica, die anderen Mädchen und die alten Männer
n-tv
Monica Lewinsky war die junge Frau, die eigentlich als erste und vor allem am meisten Dreck im Internet und überhaupt abbekommen hat, weil sie in die Fänge eines älteren Mannes geraten war. Lewinsky hat sich ihr Leben zurückgeholt - und kann damit eine Leitfigur für alle sein, die unter Epstein und Co. gelitten haben.
Monica Lewinsky war die junge Frau, die eigentlich als erste und vor allem am meisten Dreck im Internet und überhaupt abbekommen hat, weil sie in die Fänge eines älteren Mannes geraten war. Lewinsky hat sich ihr Leben zurückgeholt - und kann damit eine Leitfigur für alle sein, die unter Epstein und Co. gelitten haben.
Mal abgesehen von dem Fleck auf ihrem Kleid, der auf Spermareste des damaligen Präsidenten Bill Clinton zurückzuführen gewesen sein soll (but – he "did not have sexual relations with that woman, Ms. Lewinsky" – soll heißen: er hat ihn nicht drin gehabt, und das ist dann, zumindest in der Clinton'schen Definition, kein Sex), hat die damals 22-Jährige jegliche Form von Schmutz, Beleidigungen, Verachtung und Hass erfahren müssen, zu der Menschen fähig sind.
Während ich das schreibe, tut es mir gleichzeitig leid, das schreiben zu müssen, denn eigentlich mag ich den Demokraten Bill Clinton. Jetzt vor allem, wo er älter ist und noch immer so viel besser erscheint als der amtierende Präsident. Ich finde aber auch, dass Hillary Clinton eine sehr intelligente Frau ist, und dass sie, als indirekt Betroffene des vom zu locker sitzenden Hosenstalls ihres Noch-Immer-Gatten, eine wahnsinnig stolze und kluge Figur abgegeben hat. Noch immer abgibt. Nun könnte man sagen: "Jetzt aber wirklich mal Schwamm drüber", so, wie Hillary Clinton es getan hat. Sie hat ihm schließlich verziehen. Er lässt das Gefummel ab jetzt, Ehe gerettet. Nur dieses dumme "Spiel" von alten Männern mit zu jungen Frauen - und Mädchen, und Kindern – das ging und geht trotzdem immer weiter.
Die Clintons stehen heute als eine Einheit da, sie halten zueinander durch dick und dünn, und Bill ist nun auch definitiv in die Jahre gekommen. Die klügsten Reden hält weiterhin Hillary, wie gerade diese Woche im Rahmen der "Cinema For Peace Gala" in Berlin, die immer im Zeitraum der Berlinale und dieses Mal direkt nach der Münchener Sicherheitskonferenz stattgefunden hat. Frau Clinton macht sich große Sorgen um die Demokratie, zu Recht, und hält sie für so bedroht wie schon lange nicht mehr. Das ist wirklich Mist und kann nicht oft genug betont werden.
Hillary Clinton hält übrigens auch in Sachen Epstein-Files weiterhin zu ihrem Mann, Bilder ihres jüngeren, mindestens oberkörperfreien Bills in Epstein zuzuordnenden, blubbernden Badewannen scheinen sie, nach außen hin, nicht zu irritieren: "Wir haben nichts zu verbergen, wir haben gesagt, dass wir öffentlich aussagen werden. Das würden wir sogar vorziehen. Wir wollen Transparenz", so Hillary Clinton, die genau weiß, dass Angriff die beste Verteidigung ist, diese Woche in einem Interview mit der geschätzten Kollegin Sandra Maischberger. Das ist wirklich toll, dass sie ihm verziehen hat, dass sie weiterhin an seiner Seite steht und dass sie trotzdem immer versucht hat, ihr eigenes Ding zu machen – eine starke Frau. Oder ist sie doch auch nur eine der Frauen, die auf jeden Fall ihren Mann halten wollen, koste es, was es wolle?













