
Minderjähriger in israelischer Haft ausgehungert - Richter schließt Fall
n-tv
Ein israelischer Richter berichtet darüber, dass ein Jugendlicher aus dem Westjordanland in einem israelischen Gefängnis ausgehungert wurde. Trotzdem könne kein kausaler Zusammenhang zum Tod des Jungen hergestellt werden. Der Fall endet ohne Verurteilung.
Ein israelischer Richter berichtet darüber, dass ein Jugendlicher aus dem Westjordanland in einem israelischen Gefängnis ausgehungert wurde. Trotzdem könne kein kausaler Zusammenhang zum Tod des Jungen hergestellt werden. Der Fall endet ohne Verurteilung.
Ein palästinensischer Minderjähriger, der im vergangenen Jahr in einem israelischen Gefängnis starb, wurde während seiner Haft offenbar ausgehungert. Trotzdem wurde für den Tod des Jungen niemand verurteilt. "Die Tatsache, dass er offenbar ausgehungert wurde, kann und darf nicht verschwiegen werden", zitiert die "Times of Israel" den Richter Ehud Kaplan in seiner Entscheidung.
Die Veröffentlichung dieses Urteils vom Dezember war bis zu dieser Woche untersagt. Nun hat eine Petition der Zeitung "Haaretz" für die Bekanntgabe gesorgt. Die Zeitung berichtet, dass der Jugendliche unter schwerer Unterernährung gelitten habe. Trotz Kaplans Aussage zum Aushungern des 17-Jährigen argumentierte der Richter in der Entscheidung weiter, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen dem schlechten körperlichen Zustand des Jugendlichen und seinem Tod hergestellt werden könne. Mit dieser Begründung wurde der Fall abgeschlossen.
Der Palästinenser, der in dem Dorf Silwad im zentralen Westjordanland lebte, wurde unter dem Vorwurf festgenommen, einen Molotowcocktail geworfen zu haben. Laut der Zeitung wurde er allerdings nie offiziell angeklagt und "stattdessen im Rahmen einer umstrittenen Praxis festgehalten, die als Verwaltungshaft bekannt ist und die Israel nur gegen Araber und Palästinenser anwendet, seit der Verteidigungsminister diese Praxis im vergangenen Jahr für Juden abgeschafft hat", wie die "Times of Israel" schreibt.
Nach rund sechs Monaten im Gefängnis von Megiddo sei der Jugendliche zusammengebrochen und im März vergangenen Jahres für tot erklärt worden. Dem Bericht zufolge litt er zudem an Krätze. Obwohl seit seinem Tod mehr als ein Jahr vergangen ist, hält Israel seine Leiche weiterhin zurück. Seine Familie habe bei israelischen Gerichten die Freigabe beantragt und erklärt, sie habe nie eine Begründung dafür erhalten, warum sie nicht an die Familie des Toten zurückgegeben worden sei.













