
Millionen Wissensarbeiter müssen sich warm anziehen
n-tv
Lange galt: Wer mit dem Kopf arbeitet, ist auf der sicheren Seite. Inzwischen geraten genau diese Tätigkeiten zunehmend ins Visier künstlicher Intelligenz. Was bedeutet das für Millionen Menschen im Büro - und wie real ist die Bedrohung für die eigene berufliche Zukunft?
Lange galt: Wer mit dem Kopf arbeitet, ist auf der sicheren Seite. Inzwischen geraten genau diese Tätigkeiten zunehmend ins Visier künstlicher Intelligenz. Was bedeutet das für Millionen Menschen im Büro - und wie real ist die Bedrohung für die eigene berufliche Zukunft?
Auch anspruchsvolle Tätigkeiten lassen sich zunehmend automatisieren. Künstliche Intelligenz kann große Datenmengen analysieren, Rechnungen prüfen, Berichte erstellen oder sogar Programmcodes schreiben - schneller und mit weniger Fehlern als viele menschliche Fachkräfte. Aufgaben also, die lange Domäne gut ausgebildeter Angestellter waren. Der Headhunter Heiner Thorborg wird deutlich: "Überall dort, wo programmierbare Prozesse ablaufen, droht Gefahr."
Die Warnung gilt speziell für klassische Wissensberufe. Im Controlling, in der Steuerberatung oder in der Datenanalyse könnten KI-Systeme zunehmend Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen erledigt werden, sagt der Arbeitsmarktexperte im Podcast "Brichta & Bell". Entsprechende Entwicklungen sind bereits im Gange, etwa bei der automatisierten Programmierung oder der systematischen Auswertung großer Datenmengen.
Setzt sich dieser Trend fort, stehen viele Beschäftigte vor einer schwierigen Situation. "Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich weiß gar nicht, was ich denen raten soll", sagt Thorborg. Der Rat könne derzeit nur lauten, sich weiterzubilden und sich möglichst schnell in weniger gefährdete Tätigkeitsfelder zu entwickeln.
Besonders brisant: Die aktuelle wirtschaftliche Schwächephase dürfte den tatsächlichen Einfluss der KI auf den Arbeitsmarkt derzeit überlagern. Viele Unternehmen stellen ohnehin weniger Personal ein oder bauen Stellen ab. Erst wenn sich die Konjunktur wieder erholt, könnte sichtbar werden, wie stark KI-basierte Systeme tatsächlich zum Stellenabbau beitragen.













