
Lindner erhielt Immobilienkredit von Bank, für die er warb
n-tv
Zwischen 2017 und 2019 hält FDP-Chef Lindner mehrere gut bezahlte Vorträge für die Karlsruher BBBank. Auch als Werbegesicht des Instituts tritt der heutige Bundesfinanzminister auf. Später vereinbart er eine Finanzierung für einen Häuserkauf - laut Bericht zu ungewöhnlichen Konditionen.
Ein privater Immobilienkauf von Bundesfinanzminister Christian Lindner wirft Fragen zu möglichen Interessenkonflikten auf. Anlass ist ein Zweifamilienhaus, das der FDP-Chef Anfang 2021 für 1,65 Millionen Euro in Berlin erwarb. Wie der "Spiegel" berichtet, wurde es von der Karlsruher BBBank finanziert, für die Linder in den vergangenen Jahren mindestens sieben Vorträge gegen ein insgesamt fünfstelliges Honorar gehalten hat - auch als Bundesfinanzminister: Im Mai 2022 hielt er ein offizielles Grußwort für eine Jubiläumsveranstaltung der Genossenschaftsbank. 2018 trat Linder zudem in einem Imagevideo der BBBank auf.
Für den Kauf des Berliner Privathauses hatte die Bank Lindner umfangreiche Kredite zur Verfügung gestellt. Nach "Spiegel"-Angaben beläuft sich die Grundschuld auf insgesamt 2,8 Millionen Euro. Die Summe soll den Kaufpreis der Immobilie damit um 1,15 Millionen Euro übersteigen. Eine Überfinanzierung in dieser Größenordnung ist ungewöhnlich.
Laut seiner Bundestagswebseite trat Lindner zwischen 2017 und 2019 an sieben "Exklusiven Abenden" der BBBank als Gast auf und erhielt dafür insgesamt ein Honorar zwischen 35.000 und 73.000 Euro. Genauer lässt sich die Summe nicht beziffern, weil Nebeneinkünfte von Bundestagsabgeordneten damals nur in Stufen veröffentlicht wurden. Rechnet man alle Nebeneinkünfte Lindners aus der Wahlperiode von 2017 bis 2021 zusammen, kommt der FDP-Chef auf Einnahmen von 514.000 bis 1.096.500 Euro - zusätzlich zu den Diäten als Bundestagsabgeordneter.













