
Lauter Protest gegen Neonazi-Aufzug in Dresden: viel Polizei
n-tv
Zahlreiche Menschen protestieren in Dresden gegen einen Neonazi-Aufmarsch zum Gedenken an die Kriegszerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Mit einem Großaufgebot und Absperrungen verhindert die Polizei eine Konfrontation.
Dresden (dpa/sn) - Trillerpfeifen, Sprechchöre und Musik: Lautstark und energisch haben Hunderte Menschen vor dem Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg gegen einen Aufzug von Rechtsextremisten zum Gedenken protestiert. Sie säumten den sogenannten Trauermarsch entlang der Route durch die Innenstadt, so dass Neonazis und andere Vertreter der rechten Szene mit ihren Bannern und Plakaten wie durch ein Spalier laufen mussten. Auch "Omas gegen rechts" zeigten Gesicht.
Die ehemalige Residenzstadt war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach von britischen und amerikanischen Bomben zerstört worden. Nach Recherchen von Historikern verloren bis zu 25.000 Menschen ihr Leben. Die Rechtsextremen sehen darin ein Kriegsverbrechen der Alliierten und relativieren damit die deutsche Schuld am Ausbruch des Krieges.
Ein Großaufgebot von insgesamt rund 1890 Beamten aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei sicherte die Versammlungen im Stadtgebiet ab. Im Fokus stand am Nachmittag bis zum Abend der Aufzug der Rechtsextremen. Die Polizei sperrte die Zugänge zur Strecke ab und gewährleistete "Protest in Hör- und Sichtweite". Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. In der Bilanz sprach Polizeipräsident Lutz Rodig von einem "herausfordernden und dynamischen Einsatztag". Man habe sowohl das Recht der Versammlungsfreiheit als auch einen Gegenprotest gewahrt. Ein Aufeinandertreffen der beiden Lager habe verhindert werden können.
