
"Der Entwurf erfüllt nicht die Anforderungen der Energiewende"
n-tv
Es rumort in der schwarz-roten Koalition. Schon wieder. Neuester Streitpunkt ist der Entwurf für das Netzpaket. Damit möchte Wirtschaftsministerin Reiche die Kosten der Energiewende senken. Die Branche sieht es anders. Der Koalitionspartner im Gespräch mit ntv.de auch.
Es rumort in der schwarz-roten Koalition. Schon wieder. Neuester Streitpunkt ist der Entwurf für das Netzpaket. Damit möchte Wirtschaftsministerin Reiche den Ausbau der erneuerbaren Energien neu regeln, das Stromnetz entlasten und die Kosten der Energiewende senken.
Die Energiebranche versteht die Vorschläge anders: höhere Kosten und geringere Einnahmen? Das ist ein Angriff aufs Geschäftsmodell. Die Energiewende werde gebremst oder sogar abgewürgt. Rückendeckung erhält die Branche ausgerechnet vom Koalitionspartner der Ministerin: "Wir müssen eine Lösung für die fluktuierenden Eigenschaften von Wind und Sonne finden", sagt die energiepolitische Sprecherin der SPD im Bundestag, Nina Scheer, im "Klima-Labor" von ntv. "Es kann aber nicht sein, dass neue Energieprojekte nicht mehr rentabel sind. Mit den neuen Ansätzen würden die Weichen in die falsche Richtung gestellt."
ntv.de: Kann es sein, dass Wirtschaftsministerin Reiche und die SPD ganz andere Vorstellungen von den Problemen der Energiewende haben, obwohl sie Koalitionspartner sind? So liest sich jedenfalls der Entwurf für das Netzpaket.
Nina Scheer: Es gibt an einigen Stellen offenkundig unterschiedliche Blickweisen. SPD-seitig sind wir überzeugt, und das lässt sich anhand von Daten nachweisen, dass die günstige und sicherste Energie die erneuerbare ist. Je schneller wir umsteigen, desto besser. Und zwar systemisch - speziell in Zeiten, in denen wir Opfer amerikanischer Schutzgelderpressung sind. Als Koalition müssen wir eine Lösung für Netzengpässe finden und klären, wie wir Speicher und Flexibilität so integrieren, dass die fluktuierenden Eigenschaften von Wind und Sonne kein Störfaktor sind. Es wäre aber kontraproduktiv, wenn wir die Erneuerbaren vor der Schranke stehen lassen.
Was passiert bei Engpässen? Was ist das Problem mit dem Abregeln?

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