
Kompany, Kimmich, Hoeneß: Beim FC Bayern herrscht Alarmstufe Wut
n-tv
Bayer Leverkusen klatscht sich nach dem Topspiel fassungslos an die Stirn. Gegen am Ende neun Münchner schafft es die Werkself nicht, den Siegtreffer zu erzielen. Der Schiedsrichter steht im Mittelpunkt - und muss reichlich Münchner Kritik einstecken.
Bayer Leverkusen klatscht sich nach dem Topspiel fassungslos an die Stirn. Gegen am Ende neun Münchner schafft es die Werkself nicht, den Siegtreffer zu erzielen. Der Schiedsrichter steht im Mittelpunkt - und muss reichlich Münchner Kritik einstecken.
Als die dämonische Wut des FC Bayern längst wieder in rhetorische saubere Bahnen abgebogen war, zog vom fernen Tegernsee eine tiefschwarze Zorneswolke heran. Uli Hoeneß, der ewig erste Beschützer der Münchner Fußballer hatte beim auf den frühen Samstagnachmittag vorverlegten Bundesliga-Topspiel des Rekordmeisters bei Bayer Leverkusen "die schlechteste Leistung" eines Schiedsrichters gesehen, die er "je erlebt habe". Das ließ der Patron via "Bild" in die nationalen Redaktionen kabeln. Und Uli Hoeneß hat schon verdammt viel erlebt: vor allem viele schlechte Schiedsrichterleistungen, wie eine schnelle Google-Suche bestätigt.
Dieser Zorn war gar nicht nötig gewesen, um diesem Spiel einen Platz in den Geschichtsbüchern der Bundesliga zuzuweisen. Aber immerhin hatte Hoeneß den sonntäglichen Fußball-Talksendungen noch einmal eine Steilvorlage für hitzige Debatten geliefert. Für die Geschichtsbücher war dieses Spiel nicht, weil das Ergebnis so außergewöhnlich war. Mit einem 1:1 steht es in Zahlen unscheinbar in der Reihe der belanglosesten Resultate. Denkwürdig wurde dieses Spiel, weil der Schiedsrichter nach VAR-Eingriff gleich dreimal gegen den FC Bayern entschied und einmal gegen Bayer Leverkusen. Jedes Mal mit einer entscheidenden Wendung für das Spiel. Mehr Eingriffe auf dem Niveau einer Fehlentscheidung hatte es zuvor noch nicht gegeben.
Die Münchner hatten den frühen Rückstand durch Aleix Garcia (6.) durch Jonathan Tah (26.) ausgeglichen. Und durch den abermals nur eingewechselten Harry Kane (61.). Doch jeweils war der Münchner zuvor mit dem Arm am Ball. Nicht absichtlich, aber ersichtlich. Der während der 90 Minuten hochtourig erregte Trainer Vincent Kompany bemühte sich später darum, seine Sicht der Dinge sauber abzuarbeiten: "Mein Gefühl ist, dass es eine schlechte Leistung war, aber das ändert meinen Respekt für den Schiedsrichter nicht. Das kann passieren. Ich habe ihm nur gesagt, dass ich natürlich nicht zufrieden bin." Dann ging er ins Detail: "Ich verstehe die Regeln, aber bei Jonathan geht der Ball an den Ellbogen. Er kann den Arm gar nicht mehr wegnehmen. Ich weiß nicht, was er da machen soll. Und bei Harry Kane ist es für mich genauso schwer nachzuvollziehen. Für mich ist das ein klares Tor."
Leverkusen hatte sich den zweiten vermeintlichen Ausgleich herbeigetrottelt. Kane hatte einen langen Schlag von Torwart Janis Blaswich geblockt und kurz danach abgestaubt. Bayer war blamiert, in den Geschichtsbüchern findet es aber keine Erwähnung. So stand es in der emotional völlig überhitzten BayArena weiter 1:0 für die Gastgeber. Nach sechs Minuten hatte Garcia getroffen. Tah hatte den Ball so ungünstig abgefälscht, dass Sven Ulreich bei seinem Comeback nach über 500 Tagen chancenlos war.

Für beide Bundesliga-Aufsteiger geht es um den Klassenerhalt: Der Hamburger SV und der 1. FC Köln liefern sich ein umkämpftes Kellerduell. Beide Teams brauchen dringend Punkte, treffen aber nur jeweils einmal das Tor. Für die Hanseaten übernimmt das Fabio Vieira sehenswert, anschließend antwortet Said El Mala mit Wucht.












