
Hunderte nehmen trotz Regens Abschied von getötetem Yosef
n-tv
Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Yosef nehmen die Menschen in Dormagen Abschied vom Jungen aus Eritrea, der vor acht Jahren mit Mutter und Schwester nach Deutschland kam. "Unsere heile Welt hat heute einen Riss bekommen", sagt der Bürgermeister.
Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Yosef nehmen die Menschen in Dormagen Abschied vom Jungen aus Eritrea, der vor acht Jahren mit Mutter und Schwester nach Deutschland kam. "Unsere heile Welt hat heute einen Riss bekommen", sagt der Bürgermeister.
Menschen wimmern, schluchzen, weinen. Rund 800 Trauergäste sind auf dem Fußballplatz des FC Delhoven in Dormagen zusammengekommen, um von Yosef Abschied zu nehmen. Trotz sechs Grad Kälte und Regen. Ein ungewöhnlicher Ort, aber: Hier war der 14-Jährige Torwart und genauso beliebt wie an seiner Schule und im Hundesportverein. Viele Trauernde tragen ein Foto vom lachenden Yosef.
Dass er sich hier wohlgefühlt hat, darauf deutete sein Profilbild bei Whatsapp hin: Es zeigt diesen Sportplatz in Dormagen, einer 65.000-Einwohner-Stadt zwischen Köln und Düsseldorf. Vor neun Tagen ist Yosef hier umgebracht worden. Ein Spaziergänger hatte seine mit Stichen und Schnitten übersäte Leiche an einem See entdeckt.
Am vergangenen Wochenende hatten bereits 2000 Menschen an einem Trauerzug für ihn teilgenommen. Wenige Stunden vor der Trauerfeier gibt die Polizei bekannt, dass die Tat so gut wie aufgeklärt ist: Ein zwölfjähriger Junge stehe im dringenden Verdacht, Yosef getötet zu haben. Das Jugendamt habe das strafunmündige Kind in Obhut genommen.
Die Zeremonie beginnt mit dem Stück: "I'm not what happened to me" (Ich bin nicht, was mir passiert ist). Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld spricht die Hinterbliebenen an: "Ihr seid nicht allein. Wenn Unrecht geschieht, muss die Gesellschaft zusammenhalten, um zu zeigen: So nicht!"













